B. Zweistein
BERICHT ÜBER EIN MERKWÜRDIGES LEBEN
To the nice girl behind the window
"Was vielleicht übersehen worden ist, ist das Irrationale, das Inkonsistente, der Spaß und sogar das Verrückte, das die unerschöpfliche Natur, scheinbar zu ihrem eigenen Amüsement, dem Individuum mitgibt.. .."
Albert Einstein
Vorgeschichte
Das Leben des Herrn Paul Leben fing trivialer Weise damit an, daß er geboren wurde.
Peter Pauls erste 5-6 Lebensjahre waren für ihn recht erfreulich. Peter, er heißt in Wirklichkeit anders, bat mich aber aus verständlichen Gründen, seinen wahren Namen geheim zu halten; wuchs als erstgeborenes Kind von Eltern auf, die ihn durchaus liebten, ja sogar recht Stolz auf ihr recht aufgewecktes, und damals noch folgsames Kind waren. Peters größter Freund war aber weder sein Vater, noch seine Mutter, sondern sein Großvater mütterlicherseits, der im elterlichen, oder besser gesagt, großelterlichem, also seinem, Haus eine Schuhmacherwerkstatt hatte, in der er praktisch bis zu seinem Tode als selbständiger Schuhmachermeister tätig war. Dort saßen dann den lieben langen Tag der Großvater und sein Enkel, der eine arbeitend und der andere zuschauend, und wenn irgend möglich zur Hand gehend. Oft saß auch der Enkel bei seinem Großvater auf dem Schoß und sie blätterten in Katalogen von Schuhfirmen. Von Zeit zu Zeit kam ein Vertreter für Schuhmacherbedarf vorbei und brachte unserem kleinen Peter jedesmal Kunststofffiguren von afrikanischen Tieren als Werbegeschenk mit, worüber er jedesmal hell auf begeistert war, interessierte ihn doch damals nichts sosehr wie wilde Tiere. Ja er war sogar ein richtig kleiner Imperialist, der plante in seiner Heimatstadt, später wenn er groß sein würde, einen Zoo rund um sein Elternhaus zu errichten, der Abriß der Nachbarhäuser um Platz für Elephantenställe zu schaffen, war für ihn damals beschlossene Sache. Sein Berufswunsch war es eine Mischung aus Zoodirektor und Tierpfleger zu werden.
Er hatte damals nebenbei bemerkt aber auch schon Interesse für physikalische Probleme, so wunderte er sich zum Beispiel darüber, das es oben in der Wohnung warm wurde, obwohl die Ölheizung im Keller stand, was ihm sein Vater dann mittels Pumpen und Wasserleitungen erklären konnte, ein anderes Problem blieb aber rätselhaft, warum fuhren Autos nur mit Benzin und nicht auch mit Apfelsaft? Peter dachte an irgendwelche Analogien mit seiner Sand und Wassermühle, und warum lief dann das Benzin, nachdem es die Mühle angetrieben hatte, nicht aus dem Auspuff? Sein Vater sagte irgendwas von Verbrennung, aber was hatte Verbrennung mit Bewegung zu tun, dabei entsteht doch nur Wärme, Peter blieb ratlos.
Der Großvater spielte auch oft mit seinem Enkel im Sandkasten, wo sie prächtige Sandburgen, gekrönt von einer blutroten Fahne, bestehend aus einer Leiste, und einem Putzlappen aus der Schuhmacherwerkstadt bauten. Der erste, und eigentlich auch einzige Freund Peters, starb aber leider schon als dieser gerade mal sieben Jahre alt war. Was er aber damals weniger betrauerte als den Tod seiner Schildkröte kurz darauf, Kinder sind eben oft unverständlich.
Jetzt habe ich aber in der Zeit vorgegriffen, kommen wir also erst einmal zum Verhältnis Peters zu seinen Eltern, das wie schon gesagt, in den ersten Jahren recht harmonisch war.
Besonders mit seinem Vater verstand er sich in seinen ersten Lebensjahren sehr gut, und er bewunderte ihn sehr, so sagte er zum Beispiel wenn ihm jemand etwas nicht erklären konnte: "dann frag ich eben meinen Papa, der weiß alles!". Sein Vater überraschte ihn oft am Morgen mit Bauwerken aus Legosteinen, wie Windmühlen, Piratenschiffen oder auch einer Seilbahn, die er am Abend vorher, während sein Sohn schlief, gebaut hatte, worüber sich Peter immer sehr freute. Auch mit seiner Mutter kam er recht gut zurecht, von dem späteren beiderseitigen Haß war noch nichts zu spüren. Seine Mutter freute sich vor allem darüber wie manierlich ihr Sohn schon im frühen Kindesalter alleine mit Messer und Gabel essen konnte, wie gelehrig und vor allem wie gehorsam er damals noch war.
Später begann sich dann das Verhältnis der beiden zueinander immer mehr abzukühlen, was vor allem an Aktionen Peters lag, wie dem Nachspielen der im Fernsehen gesehenen Szene eines Sekretärs (afrikanischer Greifvogel), der eine Giftschlange überwältigte, und ihr zum Schluß den Kopf abbiß, mit einer Schere (Sekretär), und der Bleikordel aus der Wohnzimmergardine. Ebenfalls auf Unverständnis stieß der Versuch, mittels graben eines Lochs im Garten, der Frage auf den Grund zu gehen, ob unter der Erde wirklich Grundwasser zu finden sei und ähnliches mehr. Dies alles ließ in ihr schon damals den Verdacht reifen, daß ihr Sohn vielleicht, wie sie es ausdrückte "geisteskrank" sei. Sie sagte damals auch häufig zu ihm "Wenn Dummheit weh täte müßtest du den ganzen Tag lang schreien". Was im Hinblick auf sein späteres Verhalten bei praktischen Problemen, gar nicht mal so unberechtigt, ja geradezu prophetisch war! Zum endgültigen Bruch kam es dann, als Peter ungefähr sechs, seine inzwischen geborene Schwester 2 Jahre alt war.
Peter aß, ohne sich viel dabei zu denken, verbotenerweise eine Tafel Schokolade auf. Auf die Frage, wer die Schokolade gegessen habe, antwortete er, um von sich abzulenken: "meine Schwester". Worauf die Mutter wie eine Furie auf seine kleine Schwester losging, und sie derartig verprügelte, daß sie schrie "wie am Spieß". Entsetzt gab Peter nun zu, daß er die Schokolade gegessen hatte, worauf er so ziemlich zum ersten mal in seinem Leben verprügelt wurde, und wie!. Bald darauf fiel dann zum ersten von unzähligen Malen der verhängnisvolle Satz: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!". Fortan war er der Sündenbock und das schwarze Schaf der Familie. War irgend etwas nicht so wie es sein sollte, wer wurde beschuldigt? Peter!. Er galt, weil man ja jemanden, der einmal gelogen hatte, prinzipiell nicht trauen durfte, immer als schuldig, was er bald darauf im Sinne einer selffulfiling prophesy in den allermeisten Fällen auch wirklich war, da er sich zum Beispiel durch wiederholtes Aufessen des Speiseeises aus der Gefriertruhe, an seiner Familie für seine Außenseiterrolle rächen wollte. Tat er dies, so war er aber immer der Meinung, daß man ihn überführen müsse, ganz im Gegensatz zu seinem Vater, der, durch die ständigen Klagen seines ihm angetrauten Eheweibes, über den mißratenen Sprößling, langsam die Geduld verlor und sich dann als ex-Napola Zögling, jedesmal wie eine Art Schmalspurfreissler gebärdete: "Was bist du doch für ein erbärmlicher Feigling, gib endlich zu daß du das Eis gegessen hast, sonst bekommst du diese Woche kein Taschengeld!" "Ja Papa ich habe das Eis gegessen" "Na siehst du, da haben wir dich also wieder einmal überführt, warum hast du es nicht gleich zugegeben?". Das war auch ungefähr die Zeit, als seine Mutter damit anfing, in der Küche Selbstgespräche zu führen, wie "was habe ich armes Menschenskind nur verbrochen, daß mich Gott mit so einem Sohn gestraft hat?". Dies oder ähnliches, konnte Peter mehr oder weniger freiwillig oder unfreiwillig, fast jeden Tag zu hören bekommen. Auch im direkten Gespräch war sie nicht zimperlich, so nannte sie ihn zum Beispiel "Pottsau, Strafe Gottes" oder gar:" faules Stück Scheiße" .Auch teilte sie ihm unumwunden mit, daß sie, hätte sie die Wahl, lieber gar keine Kinder haben wolle als Ihn. War sie einmal wieder besonders sauer auf ihn, so nahm sie einfach einen Kleiderbügel zur Hand, schmiß ihren kleinen Sohn auf den Boden, und bearbeitete ihn mit Fußtritten und Schlägen mit dem Kleiderbügel, was sie, zornverzehrten Gesichts, mit " Schade um jeden der daneben geht" kommentierte, sie war überhaupt recht jähzornig und leicht aus der Ruhe zu bringen.
Anfangs versuchte Peter noch voller Verzweiflung die verlorene Liebe der Mutter zurückzugewinnen, so malte er ihr zum Beispiel mit viel Mühe zu ihrem Geburtstag einige Bilder, die ihm damals recht gelungen erschienen, die sie aber nur mit:
"Was soll ich damit, ich wünsche mir von dir keine Bilder, ich habe nur den einzigen Wunsch, das du endlich wieder ein Kind wirst, über das ich mich freuen kann.", kommentierte.
Ein Kind nach dem Geschmack seiner Mutter zu werden, sollte Peter allerdings nie mehr gelingen, weshalb er bald darauf beschloß, mit dieser widerlichen Frau, die er für eine Zeitlang sogar im Verdacht hatte, nicht seine richtige Mutter zu sein, sondern nur eine böse Stiefmutter wie sie in Märchenbüchern beschrieben stehen, so wenig wie nur eben möglich zu tun zu haben.
Er lernte mit der Zeit, sich zur Wehr zu setzen, einmal körperlich, so war es für ihn ein bis heute nicht vergessener Triumph, als es ihm im Alter von 10 Jahren gelang, seine Mutter in den Polizeigriff zu nehmen, und ihr den Arm derart zu verdrehen, daß sie laut aufschrie; als auch verbal, so sagte er einmal, als sie zu zweit einen Fernsehfilm über die Bräuche der deutschen Jäger sahen, zu ihr: "Du Mama, wenn du einmal tot bist, dann kaufe ich mir auch so ein Horn und dann blase ich auch "Sau tot".
Wie man sieht, führte die Familie Paul also ein sehr harmonisches Familienleben. Auch zu anderen Kindern war Peters Beziehung nicht gerade ideal. Er war mehr ein Träumer und Einzelgänger, der zum Beispiel in späteren Jahren, das Lesen eines spannenden Buches entschieden dem Spielen mit anderen Kindern vorzog, auch hatte er am Fußballspiel keinerlei Interesse, was wohl auch mit fehlender Begabung dafür zusammenhing, er spielte viel lieber Schach. Er war und blieb ein Außenseiter, der sich dafür an den anderen Kindern rächte, so zerstörte er zum Beispiel schon im Kindergarten mit Vorliebe die Holzklotzbauten der anderen Knaben, und ärgerte insbesondere die Mädchen, die ihm damals besonders blöde vorkamen. Von der Grundschule wäre er wegen zu vieler Schlägereien fast geflogen. Diese Aggressionen stellte er erst im 6. Schuljahr ein, er blieb allerdings ein Außenseiter. Damals, er besuchte inzwischen die Realschule seiner Heimatstadt, hatte er dann so gute Zensuren, daß der Klassenlehrer dringend den Wechsel zum Gymnasium empfahl. Seine Eltern willigten auch ein, allerdings kam dann seine geliebte Mutter auf die glorreiche Idee, die Seitenzahl des Englischbuches des Gymnasiums durch die Anzahl der Sommerferientage zu teilen, und die so ermittelte Anzahl von Seiten, zum täglichen Lernpensum zu erklären. O-Ton Mutter: "Das üben wir jetzt bis zur Vergasung". Da Peter allerdings keine Lust hatte, in seinen Ferien englische Vokabeln "bis zur Vergasung" zu lernen hatte statt dessen gerade Charles Dickens Roman "David Cooperfield" entdeckt, und las ihn mit zu Tränen gerührten Augen, meldeten ihn seine Eltern noch in den Ferien wieder vom Gymnasium ab.
Wieder auf der Realschule, erschien ihm diese nun nur noch als zweitrangig, und er wurde ein lustloser Schüler, der praktisch in allen Fächern, mit Ausnahme von Mathematik und Physik, deutlich abrutschte. Aber das war ihm nun wirklich ziemlich gleichgültig, bedrückte es ihn doch vielmehr, daß er sich so allein und verlassen auf der Welt vorkam, ohne irgend jemanden, mit dem er reden und dem er vertrauen konnte. Öfters, besonders in den Abend- und Nachtstunden, führte dies dazu, daß er "einen Moralischen" bekam, was sich darin äußerte, daß er stundenlang ruhelos in seinem Zimmer auf und ab lief, und dabei bittere Tränen über sein Schicksal vergoß. Am anderen Morgen hatte er dann immer ganz verweinte und gerötete Augen, was ihm sehr peinlich war, so daß er sich kaum in die Schule traute. Andererseits war er aber damals auch voller Zukunftspläne und Hoffnungen. Er plante später ein nettes, und möglichst auch hübsches Mädchen kennenzulernen, sich in sie zu verlieben, mit ihr eine Familieeine Familie! zu gründen und möglichst viele Kinder zu haben, die es dann einmal sehr viel besser haben würden, als ihr eigener Vater in seiner Kindheit. Er sah allerdings auch ein großes Problem auf sich zukommen, daß ihn damals sehr bedrückte, da er ein sehr fauler Mensch war, und das darin bestand, daß er als Erwachsener wohl oder übel acht Stunden am Tag würde arbeiten müssen, was ihm doch allzu hart vorkam. Die Lösung dieses Problems brachte ihm schließlich die Lektüre der Bücher "Atom"", Metall", und "Anilin" eines gewissen Schenzinger. Diese Bücher begannen jeweils mit Begebenheiten aus der Zeit der Philosophen im antiken Griechenland, und leiteten dann über zum Leben und Forschen von Wissenschaftlern und Technikern aus der näheren und ferneren Vergangenheit. Und was hatten diese Forscher, in den Augen des staunenden Peter doch für ein interessantes Leben, geradezu getrieben von Problemen, von denen sich der Durchschnittsmensch nicht einmal eine Vorstellung macht, führten sie ein erfülltes Leben voller Höhen und auch Tiefen, und litten offensichtlich keinesfalls unter ihrer alltäglichen Arbeit, ganz im Gegenteil. Peters Entschluß war schnell gefaßt: er beschloß ein Physiker zu werden!
Damals fing er auch gerade an sich für Mädchen zu interessieren. Da er aber noch kurz vorher Mädchen nur für sehr blöde gehalten, und als Folge davon oft geärgert hatte, war er jetzt allerdings in einer etwas unglücklichen Situation, seine übergroße Schüchternheit verbesserte die Lage auch nicht gerade. Bald darauf stellte sich auch dann noch das große Problem von Pickeln ein, die sein eigentlich recht hübsches Gesicht geradezu übersäten. So nannte ihn ein Mädchen, in das er damals sehr verliebt war, schlicht "Pickel Joe!" was natürlich alles andere als ermutigend auf ihn wirkte. Nun kurz und gut, oder besser schlecht, bis er 16 Jahre alt war hatte er noch keine Freundin gehabt. Dann allerdings schien sich die Situation zu bessern, die Akne heilte allmählich ab, trotzdem sollte es noch weitere zehn Jahre lang dauern bis Peter seine erste Freundin hatte. Aber warum nur?
Nun dies ist eine geradezu tragisch groteske Geschichte, die besonders meine feministischen Leserinnen zum lachen reizen dürfte, (Stichwort "Phalluswahn") das ihnen allerdings bei der weiteren Lektüre langsam vergehen dürfte. Aber jetzt habe ich wohl in Rätseln gesprochen, kommen wir also zur Sache. Kurz vor seinem 16. Geburtstag, machte Peter eine ihn furchtbar erschreckende Entdeckung. Um diese Entdeckung zu erklären, müssen wir noch einmal in Peters Kindheit zurück gehen, und eine der Allgemeinheit wohl noch gänzlich unbekannte Gefahr frühkindlichen Fernsehkonsumms aufdecken; ironisch könnte man das folgende auch mit "macht ornanieren geisteskrank? " überschreiben.
Worum handelte es sich bei diesem gefährlichen Fernsehkonsum? Wie schon berichtet interessierte sich Peter von frühester Kindheit an brennend für Tiere, und versäumte praktisch keinen Tierfilm, so auch nicht die "Flipper" und die "Lassie" Filme. Vor einem dieser Filme: "Flipper" oder "Lassie", kam nun immer erst eine Joga Sendung im Fernsehen, und dar Peter den Beginn des anschließenden Tierfilms nicht abwarten konnte, so sah er meistens auch die letzten Minuten dieser Sendung. In einer im Hinblick auf Peters späteres Leben geradezu schicksalhaften Sendung erzählte die "Yoga Tante" dann, daß man weitaus besser schlafen könne, wenn man sich ein Kissen zwischen die Beine klemmen würde. Peter ließ sich daraufhin von seiner Mutter ein ausrangiertes Sofakissen geben, probierte es aus, und wirklich er konnte damit besser schlafen.. Somit legte sich unser Peter dann jeden Abend mit seinem Kissen zwischen den Beinen ins Bett, und kam im Laufe der Jahre schließlich in die Pubertät. Mit 13 Jahren kam er dann auf die Idee, denn Reißverschluß des Kissens etwas zu öffnen, und um es kurz zu sagen; das Kissen zu "pimmpern". Das klappte auch recht gut und er hatte seinen ersten Samenerguß und Orgasmus. Das einzige was störte, waren leichte Schmerzen die durch abgebrochene und picksende Federn aus dem Innenkissen herrührten, oder seine Eichel kam in etwas schmerzhafte Berührung mit den Reißverschlußzähnen, aber da der Lustgewinn weit größer war als die Schmerzen, ignorierte er sie.
Da er die normale Form der Selbstbefriedigung damals nicht kannte, steckte sein Glied, wenn es sich denn im "angeregten Zustand", befand immer im Kissen, und er konnte deshalb die "katastrophalen" Folgen seines Tuns erst entdecken, als er kurz vor seinem 16. Geburtstag begann, auf die übliche "handwerkliche" Art zu onanieren. Als er nun seinen erigierten Penis betrachtete, sah er zu seinem großen Schrecken, daß die Eichel von lauter kleinen punktförmigen Narben übersät war, die offensichtlich von den picksenden Daunenfedern bzw. dem Reißverschluß verursacht waren, und von denen am erschlafften und zusammengeschrumpelten Penis nichts zu sehen gewesen war.
Voller Entsetzen dachte Peter nun darüber nach, wie eine etwaige zukünftige Freundin wohl darauf reagieren würde: in seiner Horrorphantasie nahm er an, daß das Mädchen die Narben zweifelsohne für Syphilissymptome halten würde, und er sah sie vor seinem geistigen Auge schon laut kreischend aus seinem Bett springen. Voller Verzweiflung zog sich Peter nun von allen Geselligkeit zurück, mußte er doch immer fürchten ein Mädchen kennenzulernen, sich womöglich zu verlieben, und was dann?
Schließlich besorgte er sich unter einem Vorwand einen Krankenschein und ging mit hochrotem Kopf zu seinem Hausarzt, dem er mitteilte, daß mit seinem Glied etwas nicht in Ordnung sei, er hätte sich da mal verletzt, genauere Angaben waren ihm zu peinlich, der Arzt murmelte "so so, und wir Ärzte sollen das dann immer wieder in Ordnung bringen!" und kurz darauf, da im erschlafften Zustand nichts zu sehen war: "aber da ist ja alles in Ordnung". Als er merkte das Peter davon nicht überzeugt war, sagte er dann: "Zu deiner Beruhigung gebe ich dir eine Überweisung zum Urologen, der dir dann bestätigen wird, daß wirklich alles in bester Ordnung ist. "
Da auf dieser Überweisung aber unter Befund nur das einzige Wort "Penis" stand, zögerte Peter recht lange, den Urologen aufzusuchen, stellte er sich doch voller Entsetzen vor, wie er diese Überweisung der Arzthelferin des Urologen übergeben würde, und wie diese Frau dann das Wort lesen würde.
Zunächst einmal versteckte er die Überweisung im Batteriefach seines Radiorecorders und tat gar nichts. Schließlich nahm er allen Mut, zusammen und ging zum Urologen. Dieser versicherte ihm dann ebenfalls, das alles in bester Ordnung sei, worauf hin Peter dem Arzt die ganze peinliche Geschichte erzählen wollte, er fing also stotternd an zu erzählen: "Also Herr Doktor, es war so ich habe mal im Fernsehen ..." aber der Arzt unterbrach ihn sofort: "ganz egal was du im Fernsehen gesehen hast, da ist wirklich alles in Ordnung, auf Wiedersehen!"
In seiner Verzweiflung fragte Peter dann noch, was man denn machen müßte, wenn da etwas wäre.
Dann müßte man es wegätzen aber da ist nichts!
antwortete der Arzt, worauf hin Peter ihn dann verließ.
Im Bus nach Hause dachte Peter über das wegätzen nach, und zu Hause schlug er dann alles, was er über Haut, Schleimhaut und natürlich Penis in einem Patientenratgeber seiner Eltern finden konnte nach.
Er lernte aus diesem Buche vor allem, daß die menschliche Haut aus mehreren Schichten besteht, wobei die oberen Hautschichten sich immer wieder erneuern, und Verletzungen spurlos ausheilen, wenn sie nicht auch die untere Hautschicht, die Lederhaut betreffen, ferner las er noch, daß die Haut an der Eichel besonders dick sei.
In seiner Verzweiflung kam er schließlich auf folgende Theorie über seinen Fall die er mit dem Mut der Verzweiflung glaubte, glauben wollte: was er, (wohl zurecht), als punktförmige Narben diagnostiziert hatte, waren vielleicht nur Verletzungen der oberen Hautschichten, würde er diese einfach wegätzen, so würde sich daraufhin die Haut neu und ohne irgendwelche Fehler bilden, und alles wäre wieder in bester Ordnung.
Natürlich war diese Theorie falsch, seine auf dieser Theorie fußende spätere "Behandlung" aber erwies sich letztendlich als durchaus erfolgreich: es kam zwar zu einer umfangreichen großflächigen Narbenbildung, die anfangs geradezu schockierend aussah, aber im laufe der Zeit sollten sich diese Narben derart verändern, daß sie immer unauffälliger und letztendlich fast ganz normal aussahen, und von den anfänglichen punktförmigen Narben, ist praktisch nichts mehr zu sehen.
Peter kann also mit dem Ergebnis seiner Therapie hochzufrieden sein und ist es auch. Trotzdem ist natürlich, wie auch die weitere Erzählung zeigen wird, die Devise "learning medicin by doing" alles andere als zu empfehlen.
Aber jetzt habe ich der Handlung weit vorgegriffen. Zunächst einmal begnügte sich Peter mit der Hoffnung, vielleicht zu wissen, wie sein Problem zu lösen sei, schreckte aber vor der ins Auge gefaßten Roßkur noch zurück, da er glaubte, daß, falls sie mißlingen sollte, ihm nur noch der Selbstmord bliebe, wollte er nicht den Rest seines Lebens in der gleichen trostlosen Einsamkeit verbringen wie sein bisheriges Leben, und das wollte er auf keinen Fall.
Man muß bei diesen ganzen heroisch wahnwitzigen Gedankengängen und Plänen, natürlich bedenken, daß Peter damals gerade 16 Jahre alt war, keine Vertrauensperson hatte mit der er sich hätte beraten können und vor allem ziemlich verklemmt war, und von Frauen bzw. Mädchen keine Ahnung hatte. Heute als Erwachsener, fiele es ihm, wäre er in der gleichen Situation, natürlich nicht im Traum ein, wegen einiger Narben am Penis zum Antiwarzenmittel zu greifen, er würde ihre Entstehung seiner Partnerin kurz erklären, und damit hätte es sich dann, ganz zu schweigen von Gedanken an Suizid.
So lebte Peter, der zu dieser Zeit gerade aufs Gymnasium gewechselt war, um dort sein fürs geplante Physikstudium ja notwendige Abitur zu machen, zwischen Hoffen und Bangen dahin. Auf die Schule konnte er sich in seiner Situation natürlich kaum konzentrieren, da aber einerseits das deutsche Abitur nur ein besserer Idiotentest ist, und es andererseits für Physik keinen Nummerus clausus gab, noch gibt, war dies für ihn kein Problem.
In der 12 Klasse des Gymnasiums verliebte er sich dann allerdings in seine Mitschülerin Marlen, mit der zusammen er darüberhinaus auch die Fahrschule besuchte. Bald merkte er, daß seine Liebe durchaus erwidert wurde, und Peter und Marlen flirteten viel, besonders in den Wirtschafts und Sozialwissenschaftsstunden, in denen sie sich gegenüber saßen.
Die Tatsache, daß es dar nun jemanden gab, der ihn ihn gern hatte, noch dazu ein sehr hübsches und nettes Mädchen, machte Peter einerseits überglücklich, andererseits war da ja noch das schon erwähnte Problem, das nun dringend gelöst werden mußte.
Das Marlen schon einen Freund hatte, paßte Peter durchaus ins Konzept, mußte es ihm doch darum gehen, so dachte er damals jedenfalls, die ganze Sache solange hinauszuzögern, bis seine ins Auge gefaßte Selbstbehandlung abgeschlossen sei. Er fing denn auch unverzüglich damit an.
Ich möchte hier natürlich nicht ins Detail gehen, nur sei soviel gesagt, daß diese Therapie zuerst natürlich höllisch weh tat, und die betroffenen Hautpartien geradezu monströs anschwollen. Beim Abheilen spannte die traumatisierte und stark gerötete Haut dann erst einmal, wodurch es zunächst so aussah, als hätte die Therapie schon zum Erfolg geführt, da unter der gespannten Haut die ursprünglichen Narben nicht mehr so hervortraten. Einige Tage später war dann aber wieder alles beim Alten. Worauf hin Peter das Warzenmittel länger einwirken ließ, bevor er es mit Wasser neutralisierte.
Inzwischen hatte Marlen, die sich Peters unverständliches Zögern wohl nur mit der Tatsache erklären konnte, daß sie einen Freund hatte, mit diesem Schluß gemacht. Als Peter daraufhin aber immer noch nichts unternahm, dachte sie wohl, er würde sich nur über sie lustig machen, ohne ein Interesse an ihr zu haben, und sie war bald wieder mit ihrem alten Freund zusammen, Peter allerdings grüßte sie danach nicht einmal mehr.
Peter war geradezu am Boden zerstört, voller Liebeskummer legte er sich zu Hause auf den Teppichboden seines Zimmers, stand lange nicht auf, und dachte dabei, daß jetzt normalerweise Marlen neben ihm liegen müßte, aber da war natürlich niemand.
Einige Monate später sollte sich Peters Stimmung dann allerdings wieder bessern, seine "Therapie" zeigte endlich dauerhafte Wirkung, die ursprünglichen Narben traten nicht mehr hervor, obschon die Haut des entsprechenden Körperteils noch immer stark gerötet war, aber ansonsten war alles in bester Ordnung, und Peter sah zum ersten mal nach 3 Jahren wieder mit etwas Zuversicht in die Zukunft.
Bald darauf bestand Peter dann sein Abitur, und der Weg zum Physikstudium war frei, zur Bundeswehr ging er nämlich nicht, war er doch damals (vor Jugoslawien) noch ein überzeugter Pazifist der den Kriegsdienst verweigerte.
Andererseits schreckte ihn ein Zivildienst von 20 Monaten Dauer auch gewaltig ab, unter anderem auch, da er im "Spiegel" gelesen hatte Physikern fiele nach dem 28-sten Lebensjahr nichts mehr ein. Es war also keine Zeit zu verlieren, weshalb sich Peter, um dem Zivildienst zu entgehen, für 10 Jahre beim Roten Kreuz verpflichtete, und sich gleichzeitig fürs nächste Wintersemester als Physikstudent bei einer nahe gelegenen Universität einschrieb.
Das Physikstudium erwies sich dann allerdings als sehr viel anspruchsvoller als das Abitur, und da Peter sich innerlich noch stark mit dem geschilderten Problem befaßte, und darüber hinaus sehr faul war, fiel es ihm nicht gerade leicht, und er hatte etwas zu kämpfen, besonders mit der Mathematik, die mit der auf der Schule gelernten nicht mehr viel gemeinsam hatte.
Kurz vor Weihnachten wurde dann das alte Problem wieder akut, zu seinem Schrecken stellte Peter fest, daß sich auf der Haut, der noch immer stark geröteten Eichel, etwas bildete, daß aussah, als wäre sie mit zerknitterter Klarsichtfolie überzogen, darüber, daß es sich dabei um Narbengewebe handelte, war nun kein Zweifel mehr möglich. Auch traten bald darauf beim ornanieren Schmerzen auf, so ungefähr als wäre die Haut mit Sandpapier überzogen. Die von den Narben überzogene Haut verfärbte sich bald darauf ganz grau, und nahm ein immer groteskeres Aussehen an, sie glich immer mehr einer Kraterlandschaft.
Inzwischen waren die Weihnachtsferien gekommen, und in ihnen, genauer gesagt am ersten Weihnachtstag, geschah dann auch noch die schlimme Geschichte mit den Vögeln, die Peter Paul noch immer, und wohl zurecht, für die schlimmste Tat seines Lebens hält.
Herr Paul besaß nämlich schon seit längerer Zeit ein Pärchen Pflaumenkopfsittiche, die ihm zwar schon aus der Hand fraßen, aber ansonsten doch noch recht scheu waren. In seiner Verzweiflung dachte Herr Paul nun, daß er, wenn er für den Rest seines Lebens schon einsam bleiben müßte, dann doch wenigstens gut Freund mit einem Tier sein wollte, um daraus wenigstens ein bißchen Trost zu schöpfen. Nun waren seine Vögel wie gesagt, noch sehr scheu, andererseits hatte er einmal die Erfahrung gemacht, daß das Männchen, nachdem es von einem Ast gefallen, und sich dabei wohl eine leichte Gehirnerschüterung zugezogen hatte, plötzlich recht zutraulich gewesen war. Als er sich daran erinnerte, kam Herr Paul auf eine fürchterliche Idee, nach dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel, nahm er das Männchen aus dem Käfig, und gab ihm einige "Kopfnüsse", worauf das Männchen dann zu Herrn Pauls Schrecken, anstatt zahm und zutraulich zu werden, das Bewußtsein verlor. Als Herr Paul dann den bewußtlosen Vogel ansah, und gleichzeitig das Weibchen, daß wie triumphierend fröhlich im Käfig herum hüpfte, bekam der entsetzte Herr Paul plötzlich eine unheimliche Wut auf das Weibchen, daß nebenbei bemerkt das Männchen, obwohl kleiner, zeitlebens durch aggressives Hacken gepeinigt hatte. In seiner Wut nahm Herr Paul nun das Weibchen, und schmiß es gegen einen Korbsessel, Resultat: Querschnittslähmung. Um das Weibchen von seinen Qualen zu erlösen, drehte er ihm schließlich den Hals um, und auch das Männchen verstarb am nächsten Morgen.
Als Herr Paul nun, nach einer schlaflos verbrachten Nacht, langsam wieder zu sich kam, stand er mit schierem Entsetzen vor seiner schrecklichen Tat: Wie sollte er, der immer ein großer Tierfreund war, oder sich zumindestens bis dahin dafür gehalten hatte, nach dieser Tat noch weiterleben, ja da ihm seine weitere Zukunft sowieso recht lebensunwert erschien, verurteilte er sich schließlich vor sich selbst feierlich zum Tode.
Blieb nur noch die Frage: wie sich umbringen? Nach längerem überlegen beschloß er schließlich, sich mit einer Plastiktüte zu ersticken. Noch in den Weihnachtsferien besorgte er sich deshalb eine Plastiktüte vom nahegelegenen Edeka Laden, nahm noch am gleichen Tage seine Henkersmahlzeit, bestehend aus einem halben Hähnchen und einer doppelten Portion Pommes frites mit Mayonnaise ein, und legte sich dann am Abend früh zu Bett.
Bevor er sich ersticken wollte, las er allerdings noch in einem Readers Digest Buch von seinem Vater einige Geschichten. Die erste handelte von einem Indianer, dem es irgendwie auch schlecht gegangen war, den Gott aber nicht sterben lassen wollte, oder so ähnlich, und der darüber philosophierte, das das weiterleben mitunter eine härtere Strafe war als der Tod. Während Herr Paul das las, mußte er immer daran denken, daß dies so ziemlich die letzten Zeilen waren, die er in seinem jungen Leben lesen würde, und war davon so ergriffen, daß ihm fast die Tränen kamen. Nach einigen weiteren Geschichten rückten die Zeiger seiner Uhr dann immer näher auf die 21 Uhr vor, die Zeit die er für seinen Tod vorgesehen hatte. Er beschloß, dann doch lieber noch eine Geschichte zu lesen, diese handelte von einem Postflieger, der bei einem früheren Flugunfall schrecklich entstellt worden war, und seitdem ein Leben in Einsamkeit führte, bei seinem jetzigen Flug hatte er als Passagier ein kleines Mädchen dabei . Die beiden stürzten ab, und irrten schwer verletzt in den Kanadischen Bergen umher, wobei das Mädchen ihn, vor lauter unerträglichen Schmerzen, anflehte sie zu erschießen. Natürlich hob diese Lektüre Herrn Pauls Stimmung auch nicht gerade.
Schließlich schritt Herr Paul zur Tat, er nahm die Plastiktüte, stülpte sie sich über den Kopf, ohne sie allerdings unten zuzubinden, und fing, da er sein Ende kommen sah, plötzlich hemmungslos an zu weinen. Nun was geschah? Die Tüte wurde vom Kondenswasser langsam feucht, und blieb ihm am Gesicht kleben, von Ersticken, oder auch nur Luftknappheit war allerdings nichts zu spüren. Enttäuscht, und eigentlich noch verzweifelter als zuvor, war doch die ultimative Lösung aller seiner Probleme vorerst gescheitert, schlief Herr Paul schließlich ein. Bald darauf waren die Weihnachtsferien zu Ende, und Herr Paul studierte erst mal, allerdings lustlos und nur pro forma, weiter Physik.
Schließlich schöpfte er aber wieder Hoffnung, er dachte, wenn er ein Mädchen wirklich gut kennen würde, würde die sich vielleicht aus den Narben gar nicht soviel machen, wie er immer gedacht hatte, und alles würde doch noch gut werden. Zwar war da noch das über sich selbst verhängte "Todesurteil", aber wer sein eigener Richter ist, kann sich ja auch jederzeit begnadigen, was Herr Paul dann auch tat. Einen weiteren Lichtblick stellte dann das Bestehen der ersten Vordiplomsprüfung dar, wenn auch nur gerade mal mit "ausreichend". Herrn Pauls Stimmung wurde allmählich immer besser, und als dann auch noch die Narben sich langsam veränderten, und mit der Zeit immer harmloser aussahen, wurde er sogar fast so etwas, wie ein mit sich und der Welt zufriedener Mensch, zumal er sich damals auch gerade wieder sehr heftig verliebt hatte, und zwar in seine Kommilitonin Marie.
Marie war ein wirklich ungewöhnliches Mädchen, in den ersten Monaten seines Studiums war sie ihm kaum aufgefallen, war sie doch äußerlich eher unauffällig, wenngleich durchaus hübsch, was aber Herrn Pauls Liebe schließlich entfachte, war ihre heitere Art und geradezu überschäumende Lebensfreude, die den eher stillen und zurückgezogenen Herrn Paul geradezu überwältigten.
So führte sie zum Beispiel ganz spontan einen wahren Freudentanz auf, wobei sie bis über beide Backen strahlte, und "Juhu Juhu.." rief, als sie erfuhr, das sie die erste Vordiplomsprüfung, entgegen ihrer eigenen Vermutung, ebenfalls bestanden hatte.
Zu Herrn Pauls Glück gehörte Marie zu dem kleinen Freundeskreis von Physikstudenten, zu dem auch er selbst gehörte. Marie auf sich aufmerksam zu machen, war aber gar nicht leicht für Herrn Paul, gingen ihm doch die Leichtigkeit und Heiterkeit, die er an ihr bewunderte, selbst ziemlich ab.
Vor allem hatte er kein Talent für small talk, wenn seine Kommilitonen untereinander und mit Marie flachsten, und sich über irgendwelche Belanglosigkeiten köstlich amüsierten, stand er immer ganz still und krampfhaft überlegend wie er sich in das Gespräch einschalten solle dabei, und brachte doch meistens kein Wort über die Lippen. Auch war es ihm unmöglich mit Marie unter vier Augen zu sprechen, da praktisch immer die anderen Kommilitonen dabei wahren.
Nur einmal traf er sie in der Uni allein an, setzte sich neben sie, und brachte vor Verlegenheit kein Wort heraus. Auch eine Fete bei einem Kommilitonen und dessen Freundin, zu der auch Marie kam, brachte keinen Fortschritt, er fiel ihr dort wohl nur dadurch auf, daß er sich um seinen Frust zu unterdrücken ziemlich stark betrank, was ihn aber auch nicht gesprächiger machte.
So ging denn fast ein Jahr dahin, Herr Paul hatte inzwischen seine Verpflichtung beim Roten Kreuz aufgelöst, sich schließlich doch eine Zivi Stelle für die Zeit nach dem 4ten Semester gesucht, und war in die Universitätsstadt in eine Studenten WG gezogen, als er allen Mut zusammen nahm, und nach Einnahme einiger Baldriantropfen schließlich zum Telephon griff, und Marie anrief. Sie meldete sich auch gleich " Marie X" " Ja hallo hier ist Peter ich wollte dir nur sagen, daß ich mich in dich verliebt habe" stotterte Herr Paul "Das kommt jetzt aber überraschend, außerdem habe ich doch schon einen Freund" "Ja ich dachte vielleicht gefalle ich dir besser, ich leg jetzt wohl besser auf" " Moment nicht so schnell.." und Marie tröstete ihn noch etwas, aber daran kann sich Herr Paul nicht mehr genau erinnern, er weiß nur noch, daß sie sehr nett zu ihm am Telephon war.
Nach dieser eigentlich voraussehbaren Pleite, sie waren eben viel zu verschieden, war Herr Paul natürlich wieder sehr unglücklich, wenngleich er keinesfalls an Selbstmord dachte.
Bald kamen dann die Ferien nach dem dritten Semester, und Herr Paul richtete sich mit der Lektüre von Haseks "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" wieder etwas auf. Gleichzeitig las er auch Clelands "Fanny Hill (Memoires of a womam of pleasure)", was nun, im wahrsten Sinne des Wortes, sehr anregend auf ihn wirkte, und er legte Hand an sich bis zur völligen Erschöpfung, und beobachtete dabei zu seiner großen Zufriedenheit, das die Narben nun wirklich ganz unauffällig geworden waren.
Einige Tage später ging dann aber plötzlich überhaupt nichts mehr, er war impotent geworden, was ihn zuerst nicht sonderlich ängstigte führte er es doch auf die Erschöpfung der vorangegangenen Tage zurück.
Als die Impotenz dann allerdings schon über eine Woche anhielt, bekam er es plötzlich mit der Angst zu tun: lag sie vielleicht daran, daß die Nervenendigungen in der Eichel, als Spätfolge der Verätzungen, derart geschädigt waren, daß sie nunmehr keinerlei Empfindungen zum Gehirn leiten konnten, hatte er sich also letztendlich selbst auf schreckliche Weise verstümmelt?
Wahrscheinlich dürfte die nun einsetzende Panik der Hauptgrund gewesen sein, daß die Impotenz in den folgenden Wochen und Monaten anhielt.
Herr Paul war wieder einmal, und nun nach dem langen auf und ab zwischen Bangen und Hoffen, mit den Nerven am Ende, und bald fest entschlossen, allem ein Ende zu machen.
Zuerst experimentierte er wieder mit einer Plastiktüte, und da dies vergeblich blieb, kaufte er sich schließlich aus fünf verschiedenen Apotheken insgesamt 100 Schlaftabletten zusammen. Bevor er sie nahm, unternahm er noch einen letzten Versuch, sich vielleicht ärztliche Hilfe zu holen. Er ging zu einem anderen Urologen, und berichtete ihm, daß er impotent sei, was wohl mit Hautveränderungen an seiner Eichel zusammenhänge. Der Urologe bat ihn in einen seinem Sprechzimmer benachbarten Raum, der sehr dunkel war, und in dem einige medizinische Apparaturen standen, und untersuchte ihn.
"Ja die Haut scheint etwas schlecht durchblutet zu sein, aber das hat mit Impotenz nichts zu tun, daß ist in ihrem Alter ganz normal. Suchen sie sich eine neue Freundin, und dann hat sich das.
"Ich hatte da mal eine Hautverätzung"
"Waren sie damit im Krankenhaus?"
"Nein"
"Also da ist alles ok"
"Nein"
"doch"
"nein"
"doch" und Herr Paul verließ den Arzt.
Da er seine Mitbewohner in der WG nicht mit seiner Leiche belästigen wollte, nahm er die Tabletten an einem Wochenende, an dem ihm sein Vater nach Hause abholte mit.
Zu Hause bei seinen Eltern aß er dann noch eine Portion Makkaroni zu Abend, und begab sich auf sein Zimmer, wo er die Tabletten dann mit viel Wasser herunterschluckte, was bei Hundert Stück eine ganze Weile dauerte.
Nun erwartete er friedlich einzuschlafen und nicht wieder aufzuwachen, es kam allerdings ganz anders: nach ungefähr 10 Minuten merkte er, daß sein Körper langsam anfing verrückt zu spielen, ihm war hundeelend, sein Puls beschleunigte sich rasend, sein Atem ging stoßweise, und vor allem spielten seine Muskeln verrückt, es war als wenn er unkontrollierbare Sprungfedern in den Armen und vor allem Beinen hätte. Er konnte nicht mehr stilliegen, sprang auf seine ihm kaum noch gehorchenden Beine, um gleich wieder hinzufallen, unter Zuckungen aufzuspringen, wieder hinzufallen, und so in einem fort, ungefähr eine halbe Stunde lang, immer darauf wartend, daß es endlich zu Ende mit ihm gehen würde.
Schließlich gab er die Hoffnung auf einen schnellen Tod auf, empfand möglicherweise auch so etwas wie Todesangst, worüber er sich selbst nicht so recht im klaren war, vor allem aber war das Gefühl übergroß, sich in eine Lage gebracht zu haben, der er nicht mehr gewachsen war, und er wollte nun die Verantwortung für das weitere anderen überlassen.
So wankte er dann zum Wohnzimmer seiner Eltern. Seine Beine gehorchten ihm jetzt etwas besser, im Spiegel auf dem Flur sah er, daß sich die Haut unter seinen Augen violett verfärbt hatte, er sah wirklich zum Erschrecken aus.
Seine Eltern und seine Schwester guckten gerade "Wetten dass .." Als er ihnen sagte, daß er Tabletten genommen hatte, wollten sie ihm das erst nicht glauben, dann sagte sein Vater recht ruhig: "Dann muß jetzt eben der Magen ausgepumpt werden", und rief den Rettungswagen an.
Herr Paul begab sich mit seinen entsetzten Angehörigen in die Küche, hielt es dort auf dem Stuhl aber, vor lauter Unruhe der Muskulatur nicht aus, und begann auf dem Flur auf und ab zu laufen. Sein Vater rief: "Nun bleib doch ruhig sitzen", was sich in Herrn Pauls Ohren ganz merkwürdig, so wie ein Echo aus weiter Ferne, anhörte.
Bald kam dann auch der Krankenwagen, und Herr Paul konnte sich noch selbst auf die Trage legen. "Was hast du genommen?", "Schlaftabletten", "welche Sorte und wie viel?" "100 Namen weiß ich nicht mehr", "Wo sind die Verpackungen?", "In X (Name der Universitätstadt), genommen habe ich sie dann Zuhause aus einer Plastiktüte", "Wie lange ist das her?", " halbe Stunde, die Verpackung sah weiß aus mit so einer blau wei...". Er konnte nicht mehr weiter sprechen. "Wo sind wir?"," in Y nein in Z", "Wo sind wir?" "in in." er konnte den Satz nicht zu Ende bringen.
Da waren sie auch schon im Krankenhaus einer benachbarten Kleinstadt angelangt, wurden aber gleich weiter zum Kreiskrankenhaus geschickt.
Dort angekommen, wurde er auf die Intensivstation geschoben, und fragte "im nächsten Moment", was den jetzt geschähe, worauf man ihm berichtete, daß er mehrere Stunden im Koma gelegen habe, und man ihm den Magen ausgepumpt hätte.
Herr Paul wollte sich auf der Trage aufrichten, konnte es aber nicht. Dann kamen auch schon seine Eltern, die ausnahmsweise mal Nett zu ihm waren, und mit ihrem Mundschutz aussahen wie Chirurgen.
Als sie ihn dann am nächsten Tag besuchten, Herr Paul war inzwischen auf eine normale Station des Krankenhauses verlegt worden, kamen dann aber schon nur noch Vorwürfe: "wie konntest du uns das nur antun!". ."was sollen denn die Leute denken!" usw.
Herr Paul wurde dann von den Ärzten über die Ursachen seines Suizidversuchs befragt, und neben einigen anderen Untersuchungen, auch noch einmal von einem Urologen untersucht, der sich aber darauf beschränkte, irgendeine medizinische Optik in seine Harnröhre einzuführen, und alles in Ordnung fand.
Herr Paul wußte natürlich, daß man nach einem Selbstmordversuch schließlich in der Klappsmühle landet, weshalb er dann am 2. Tage seines Krankenhausaufenthaltes versuchte, sich mit seiner Bademantelkordel in der Dusche zu erhängen, aber auch dieser Versuch scheiterte kläglich, die Kordel riß unter seinem Gewicht sofort.
Nach einigen weiteren Tagen wurde er dann mit einem Taxi zur ambulanten Untersuchung in eine kleine Tagesklappsmühle gefahren, und dort von einem Irrenarzt befragt, dem er dummerweise sagte, daß er noch immer glaube, daß mit seinem Penis etwas nicht in Ordnung sei.
Als er daraufhin dann eine Woche später in einem Taxi in die Irrenanstalt seiner Universitätsstadt gefahren wurde, konnte er bald darauf feststellen, daß, das Klappsmühlenwesen seit den Zeiten des tausendjährigen Reiches, tatsächlich einige bescheidene Fortschritte gemacht hatte; dort wurde nämlich niemand mehr mit Dieselabgasen ermordet, statt dessen war man auf die wirklich fortschrittliche Idee verfallen, die armen Irren solange zu quälen, besonders mit einem Rattengift namens Haldol, bis sie sich schließlich selbst umbrachten, oder dies zumindest versuchten.
Herr Paul kam sofort auf die geschlossene Station, die von zwei Irrenärztinnen geleitet wurde, für ihn zuständig war Frau Klappsendoktor M., eine vollschlanke Blondine, die in Lederrock und Nylons durch die Station stelzte, und so ungefähr die Sensibilität eines Bulldozers besaß, selbst Herrn Pauls zurückhaltender Vater stellte fest: "Die hat aber Haare auf den Zähnen".
Sie hörte sich Herrn Pauls Geschichte kurz an, fand sie wohl ziemlich verrückt, und verordnete, ohne irgendwelche Diagnosen zu nennen, und ohne weiteren Kommentar, das schon genannte Rattengift.
Ansonsten blieb Herr Paul, bis auf Zwangsbasteln, Sportstunden wie in der Grundschule und einer wöchentlichen Visite von höchstens einer halben Stunde, sich selbst überlassen.
Im nachhinein erfuhr Herr Paul von seinem Vater, daß man bei ihm eine "schizophrene Psychose" diagnostiziert hatte, da man seine Behauptung über Hautveränderungen an der Eichel für wahnhaft hielt.
Da Herr Paul sich mit Psychopharmaka nicht auskannte, nahm er das verordnete Medikament ein, (Ihm wäre auch nichts anderes übrig geblieben, ansonsten hätte man ihn einfach ans Bett gefesselt "fixiert" und es ihm gespritzt), die Wirkung war fürchterlich: Herr Paul wurde so todmüde, daß er am liebsten den ganzen Tag geschlafen hätte, außerdem fing er an zu "sabbern", ihm lief praktisch unaufhörlich ein dickflüssiger zäher Speichel aus dem Mund, darüberhinaus konnte er sich kaum vernünftig bewegen, er lief mit gekrümmten Rücken, hängenden Armen, die sich beim Gehen nicht mehr mit bewegen wollten, wie ein Roboter über die Station.
Nebenbei bemerkt: meinen lieben, oder auch weniger lieben Lesern sollte übrigens klar sein, daß ihnen dies auch noch widerfahren könnte, selbst wenn sie nie das Pech haben, in einer Irrenanstalt zu landen, denn Haldol wird auch gerne, gerade wegen seinen schlimmen ("sedierenden"), Nebenwirkungen, von verantwortungslosen Ärzten in Altenheimen verwand, um unbequeme Bewohner ruhigzustellen, auch ohne das der Verdacht einer psychischen Erkrankung überhaupt besteht.
Darüber hinaus macht Haldol, zumindest wenn es wie hier nach der Devise: "Viel hilft viel", verabreicht wird, auch noch absolut impotent, so daß während des ganzen Aufenthaltes in der Irrenanstalt keine Chance bestand, daß sich Herrn Pauls Problem von selbst löste, was er aber nicht wußte.
Lag er im Bett, so schien ihm dies hart wie Beton, was an Muskelverspannungen lag, die zwar leicht mit einem (Anti-Parkinson) Medikament unterdrückt werden konnten, worüber ihn aber niemand aufklärte. Zu allem Überfluß konnte er auch nicht mehr lesen, alles verschwamm ihm vor den Augen, und kaum noch klar denken, jeder Gedankengang verursachte ihm ungeheure Mühe, was er zu allem Überfluß auch noch für eine Spätfolge seines Selbstmordversuchs ansah, weshalb er von sich jetzt das ungeheuer deprimierende Selbstbild eines geistig behinderten Eunuchen hatte. Er mußte damals immer an einen blöden Klospruch aus der Uni denken: "Hört ihr die Eunuchen fluchen, wenn sie ihren Schnickschnak suchen!"
Darüber hinaus erschreckten ihn, der so etwas nicht kannte, natürlich das Verhalten seiner Leidensgenossen: wüstes Geschimpft, ständige Aggressionen, und ihm unverständliches Verhalten, wie Kegelübungen mit einer Tomate, oder das auf den Boden legen, und unablässig mit schriller Stimme nach dem Arzt rufen, einer unheimlich aggressiven Patientin mit Handtasche, die solange nicht aufstehen wollte, bis es plötzlich überall laut piepste und bald darauf an die 10 "Gorillas" in weißen Kitteln angestürmt kamen, die die arme Frau wegschafften, worauf sie erst mal einige Tage nicht mehr zu sehen war.
Aus einem späteren Klappsmühlenaufenthalt weiß Herr Paul auch zu berichten, was dann passiert: man wird an Beinen, Armen und am Bauch mit dicken Gurten an ein Bett gefesselt, so daß man sich kaum bewegen kann, und hat darüber hinaus, falls man sich gegen die "Fixierung" gewehrt hat, das übergroße Vergnügen, stundenlang in der eigenen Pisse zu liegen, weil das Personal in diesem Fall gar nicht daran denkt, einem eine Urinflasche zu geben, wenn man einmal pinkeln muß.
Überhaupt legte das Personal eine ausgesprochene Herrenmenschenmentalität an den Tag, ihre absolute Lieblingsbeschäftigung bestand darin, sich im Dienstzimmer einzuschließen und Unmengen an Kaffee und Kuchen aus der klappseneigenen Konditorei in sich hinein zu mümmeln, was sie dann "Übergabe" nannten.
Bedrohte ein Patient den anderen, so war dieser dem anderen meistens hilflos ausgesetzt, wurde dagegen ein Herrenmensch bedroht, wie harmlos auch immer, so fing es sofort überall an zu piepsen..
Die ganze Station bestand aus langen kahlen Fluren, mit ein paar Sitzecken aus alten Sperrmüllmöbeln mit lauter Brandflecken, sowie einem kleinen ummauerten Garten. Alles war unglaublich schmutzig, überall lagen Zigarettenkippen herum, und durch die vor Haldol zitternden Hände und Arme waren auch überall Kaffeelachen, am schlimmsten war aber das Erbrochene von Patienten, deren Mägen das Rattengift nicht halten konnten, und das von den Herrenmenschen nur äußerst zögerlich und mit beleidigten Minen entfernt wurde. Herr Paul war selbst ein leidenschaftlicher Pfeifenraucher, aber in diesem Umfeld verlor er jede Lust, selbst zu rauchen.
Er hatte, abgesehen von dem durch die Umstände natürlich nur noch übermächtiger gewordenen Wunsch zu sterben, nur das eine Bedürfnis: zu schlafen.
Zu der Lieblingsbeschäftigung von Frau M. wurde es bald, zu ihm mit dem Ruf: "Herr Paul, sie liegen ja schon wieder im Bett, sofort aufstehen!", ins Zimmer zu stürmen, worauf er todmüde aufstand, nur um sich, sobald sie ihm den Rücken kehrte, wieder ins Bett zu legen. Aber auch dort war es kaum auszuhalten, nicht nur daß ihm das Bett hart wie Beton vorkam, auch daß sein Kopfkissen vom ständigen Speichelfluß durchnäßt war, erwies sich als äußerst peinigend, und dann ging auch bald wieder die Tür auf: "Sie liegen ja schon wieder im Bett.! "
Am schlimmsten war aber das Therapieprogramm, (dort lief überhaupt alles unter Therapie, was man mit den Patienten anfing, es war fast schon verwunderlich daß über den Toiletten neben den Symbolen für Männlein und Weiblein nicht noch ein großes Schild "Scheißtherapie" befand), waren die Grundschulsportstunden schon deprimierend genug, so war die Beschäftigungstherapie für den mit zwei linken Händen ausgestatteten Herr Paul die Hölle. Er mußte dort aus einer Speerholzplatte von mittlerer Dicke, mit der Laubsäge Puzzles für kleine Kinder aussägen, was schon beschwerlich genug war, da das Sägeblatt andauernd brach, aber das anschließende Abschleifen der Holzteile mit Schmirgelpapier und von Haldol kraftlos und zittrig gewordenen Händen war die Hölle.
"Nein, nein Herr Paul, so geht das aber wirklich nicht, fühlen sie doch selbst mal, wie rauh das noch ist. Da können sich die armen Kinder ja dran verletzen".
Darüber hinaus frönte Frau M. auch noch nostalgischen Neigungen: Wechselbäder! Jeden Morgen mußte sich Herr Paul vom hauseigenen Bademeister mit einem Schlauch abwechselnd eiskaltes und geradezu teuflisch heißes Wasser über Beine, Arme und Rücken laufen lassen.
In einer der ersten Visiten erklärte Herr Paul ihr dann, daß die Tatsache, das der Urologe nichts finden könne, daran läge, daß er das entsprechende Körperteil nur im erschlafften Zustand gesehen habe. Sie erklärte sich schließlich bereit, ihn von männlichen Kollegen noch einmal untersuchen zu lassen, wenn es erigiert wäre. Einige Tage später erklärte sie dann, daß ihre Kollegen angeblich keine Zeit hätten, ob es ihm etwas ausmache, vor ihr zu masturbieren. Herr Paul mußte doch schlucken und erklärte dann: "Zur Not würde ich selbst das machen, aber es würde auch nichts bringen, da ich impotent bin. Man müßte mir eine Spritze geben die zur Erektion führt" (er hatte mal im" Spiegel " von solchen Spritzen gelesen).
"Sie sind also impotent?"
Verdammt noch mal, dachte Herr Paulie hatte ihm also bei der Aufnahme, als er die Gründe für seinen Selbstmordversuch nannte, gar nicht richtig zugehört, sondern wohl nur gedacht: klingt eigenartig: Haldol! Er erklärte es ihr noch einmal ausführlich, worauf sie erklärte, daß sie Medizin studiert hätte, daher wüßte, daß das mit der Haut nichts zu tun hätte. Ob er nicht wisse, daß es da so Schwellkörper gäbe.. Im gewissen Sinne hatte sie ja recht.
Herr Paul hatte ja früher auch öfters die Erfahrung gemacht, daß sich eben diese Schwellkörper in Funktion gesetzt hatten, auch ohne daß an der Haut der Eichel irgendwie manipuliert worden war. Aber daran dachte er damals leider nicht, sondern fühlte sich nur ziemlich verarscht.
Die Existenz der von Herr Paul erwähnten Spritzen allerdings bestritt sie glattweg. Es wurde also nichts aus der Untersuchung.
Statt dessen wurde sein Gehirn in einem Kernspintomographen untersucht. Hätte er sich am Kopf verletzt, hätten sie wahrscheinlich seinen Arsch geröntgt! Das Ergebnis der Untersuchung wurde Herrn Pauls Eltern im Arztzimmer, und dem an der Tür lauschenden Herr Paul dort mitgeteilt: Bis auf vergrößerte Ventrickel sei nichts festzustellen gewesen. Diese vergrößerten Ventrikel ängstigten Herr Paul so sehr (waren sie vielleicht Folge seines Selbstmordversuchs?), daß er die Irrenärztin darauf ansprach. "Bin ich jetzt geisteskrank?"
Die Ärztin war sehr empört über sein Horchen an der Tür, erklärte ihm aber dann, daß dies gar nichts bedeuten müßte, vergrößerte Ventrikel hätten viele Menschen ohne irgendwie auffällig zu werden, er solle sich keine Sorgen machen. Als sie darüber hinaus erklärte, daß sie mitnichten Folge des Selbstmordversuchs, sondern angeboren wären, war Herr Paul, zumindestens was diesen Punkt anging, beruhigt.
Die einzige Möglichkeit, die Herr Paul sah, um sich auf der " Geschlossenen " umzubringen, war die, sich die Pulsadern aufzuschneiden, verfügte er doch über seinen Naßrasierer, dem man ihm im Gegensatz zu einem Nagelschneidegerät gelassen hatte, wohl weil dessen Klingen mit Plastik ummantelt waren. Diesen Plan ließ er aber bald wieder fallen, zum einen, weil er das höchstwahrscheinliche Scheitern eines solchen Versuchs an den entsprechenden erfolglosen Versuchen mehrerer anderer Patienten studieren konnte, zum anderen auch, weil er kein Blut sehen konnte.
Da er dummerweise zugab, noch Selbstmordgedanken zu haben, mußte er noch mehrere Monate auf der "Geschlossenen " dahinvegetieren. Ausgang hatte er zuerst überhaupt nicht, dann nur in Begleitung.
Die Besuche seiner Angehörigen waren für ihn auch nur eine Tortour, da sein Vater und seine Mutter mit dem todmüden Herr Paul, auf Anraten der Irrenärztin, immer ausgedehnte Spaziergänge unternahmen, wobei sie ihn ständig anbrüllten :
"Beweg deine Arme, beweg deine Arme, ... weißt du wie du gehst? So!". Worauf sie ihm dann einen Gang vormachten, der an Abbildungen aus Büchern über Neandertaler erinnerte. Dabei führten sie dann Gespräche wie: Herr Paul: "Das ist nicht psychisch, das ist physisch". "Das ist psychisch! ". " Physisch!". " Psychisch!". " Glaubt doch wenigstens ihr mir, das ist physisch "! Seine Mutter: " Verdammt noch mal, wenn alle Ärzte sagen, daß es psychisch ist, dann ist es auch psychisch, da ist nichts oder bildet sich mein Herr Sohn ein, schlauer zu sein als alle Ärzte, Fachärzte zumal". "Die haben mich ja gar nicht richtig untersucht, da sind wirklich Narben". " Können wir dieses widerliche Thema nicht mal beenden, du gehst ja schon wieder wie ein Vollidiot! ".
Herr Paul war jedesmal heilfroh, wenn die Eltern nach Hause fuhren, er wieder auf der Station war, und sich mit seinem Kummer wenigstens ins Bett verkrümmeln konnte.
Bald darauf schöpfte er dann zum ersten Mal seit langem wieder Hoffnung, und zwar Hoffnung darauf, endlich eine Möglichkeit zu sehen, sich umzubringen. Dieser Wunsch wurde, je länger er dort eingesperrt war, nämlich um so größer, bis er sich mit nichts anderem mehr beschäftigen konnte, ja ihm kam sogar der perverse Gedanke, daß es für ihn persönlich besser wäre, wenn die Nazis noch an der Macht wären, würde er dann doch ganz einfach vergast, wogegen er sicherlich nichts einzuwenden gehabt hätte, als hier so sinnlos leiden zu müssen.
Die Hoffnung sich umbringen zu können, bestand darin, daß ihm nach mehreren Monaten erstmals ein Wochenendurlaub in Aussicht gestellt wurde, in dem er sich dann mit Hilfe der elektrischen Spannung aus der Steckdose umbringen wollte.
Zu Hause angekommen mußte er erst mal ein umfangreiches Sportprogramm über sich ergehen lassen, das seine Mutter, auf Anraten der Irrenärzte, mit ihm durchzog.
Er mußte, durch die Medikamente gehandikapt wie er war, mit ihr zwangsweise Federball spielen, wobei die durch das Rattengift empfindlich gewordenen Augen derart geblendet waren, daß er so gut wie nichts sah und fast immer daneben schlug.
"Du gibt's dir ja gar keine Mühe, kein Wunder daß du in all den Monaten keinerlei Fortschritte gemacht hast. Du willst wohl vollständig verblöden, was? Und so etwas ist mein Sohn."
Schließlich ließen sie ihn aber in Ruhe, worauf er sich in sein Zimmer verzog, die Isolierung eines Netzkabels entfernte, und sich vornahm, gegen Abend die Drähte unter Strom zu setzen und mit beiden Armen zu berühren, damit der Strom über das Herz ginge und ihm den lang ersehnten Tod bringe. Als es dann aber soweit war, brachte er es aus Angst vor, wie er vermutete, unerträglichen Schmerzen nicht fertig, den Stromkreis mit seinem Körper zu schließen.
Wieder in der Irrenanstalt, machte er sich dann schwere Vorwürfe, durch sein Zaudern seine Qualen um eine endlos scheinende Woche verlängert zu haben.
Am nächsten Wochenende nahm er dann allen Mut zusammen, und berührte mit zwei Eßlöffeln (zur Vermeidung verräterischer Strommarken falls der Versuch scheitern sollte) in den Händen die beiden Kabel, Resultat: ein blitzhaftes krampfhaftes Zusammenzucken der Armmuskulatur, wodurch der Kontakt natürlich sofort unterbrochen wurde, und Herr Paul lebte zu seinem großen Leidwesen immer noch.
Bei einem späteren Wochenendurlaub, bei dem er mit 100 Mark in die Stadt geschickt wurde, um sein gerade repariertes Fahrrad abzuholen, gelang es ihm noch einmal in den Besitz von 100 Schlaftabletten zu gelangen. Nachdem er ungefähr 20 geschluckt hatte, wurde die Erinnerung an die schrecklichen Folgen des ersten Suizidversuchs mittels Schlaftabletten aber so akut, daß er die restlichen achtzig nicht einnahm, worauf hin er eine sehr unruhige und schlaflose Nacht verbrachte.
Im nachhinein betrachtet, dürfte Herr Paul sein Leben wohl vor allem der Angst vor einem allzu schmerzhaftem Tode sowie der mehr theoretischen den praktischen Begabung, die sich ja auch in dem Berufswunsch theoretischer Physiker äußerte, zu verdanken haben - ein guter Experimentalphysiker hätte das wohl besser hingekriegt - der könnte jetzt allerdings auch kein Buch mehr darüber schreiben!
Eines Tages erinnerte sich Herr Paul zu seinem großen Glück an einen "Idiotenwitz", den er einmal in der Grundschule gehört hatte, und der so ging:
Jährliche Generaluntersuchung in der Irrenanstalt, der Irrenarzt sieht einen Idioten, der an einer Schnur eine Zahnbürste hinter sich herschleift;
"Was machen sie denn mit der Zahnbürste?"
"Aber Herr Doktor, daß ist doch keine Zahnbürste, daß ist doch Fiffi mein Hund!!"
"Ah so so "
-den müssen wir wohl noch ein paar Jährchen hierbehalten.
Ein Jahr später, bei der nächsten Generaluntersuchung, sieht der Arzt den gleichen Idioten wieder und fragt:
"Na, wie gehts den Fiffi"
"Aber Herr Doktor, daß ist doch kein Hund, das ist eine Zahnbürste"
am nächsten Tag wird der Idiot als geheilt aus der Irrenanstalt entlassen, geht einige Schritte, und zieht dann seine Zahnbürste an der Schnur zu sich hinauf und flüstert ihr zu:
"Na Fiffi, den ham wir aber reingelegt!".
Herr Paul entschloß sich also, Methode Fiffi anzuwenden, und wie im Witz, so in der Realität: durch Verschweigen seiner Selbstmordgedanken, wurde er schließlich auf die "Offene " verlegt, wo er dann noch einige Suizidversuche unternahm, indem er sich mit der ursprünglich an einer Jeanstasche befindlichen Kordel erhängen wollte.
Er schlich sich dazu ins Badezimmer, stieg auf die Badewanne, befestigte die Kordel am Duschgestänge, und ging, da ihm der Mut fehlte, einfach von der Badewanne zu springen, langsam in die Knie, worauf ihm der Kehlkopf zusammengeschnürt wurde, was aber so ein unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl war, daß er sich dann immer wieder aufrichtete und die Kordel wieder abnahm. Dies machte er an manchen Tagen sogar mehrmals.
Den Irrenärzten fiel in der ganzen Zeit nichts anderes ein, als an Herr Paul ein Medikament nach dem anderen auszuprobieren, einer erklärte ihm, daß sein Fall dem eines anderen ehemaligen Patienten analog wäre, der durch nichts von dem Wahn abzubringen war, daß sein Kinn wachse, was er auch mit Hilfe von Photos zu belegen versucht hätte, an eine Entlassung Herrn Pauls sei nicht zu denken, statt dessen habe er angeordnet, das nachdem Haldol und Glianimon keinerlei Wirkung gezeigt hätten, ein weiteres Neuroleptikum ausprobiert werden sollte, dazu kam es aber nicht mehr, da Herr Paul schließlich durch den Fall einer Mitpatientin erfuhr, daß er sich schon lange gegen ärztlichen Willen hätte entlassen können, was er dann auch sogleich tat.
In seine Studenten-WG konnte Herr Paul allerdings nicht zurück. Seine Mitbewohner, die zwar in der ganzen WG Plakate ala "Solidarität mit Südafrika DKP" aufgehängt hatten, machten ihm unmißverständlich klar, daß sie mit jemandem, der schon einmal in der Irrenanstalt war, nicht mehr zusammenleben wollten, so sind sie halt die Kommis!
Notgedrungen zog Herr Paul wieder bei seinen ungeliebten Eltern ein, wo er in den ersten Wochen praktisch nur im Bett lag. Sein Lebensziel bestand damals nach wie vor darin, sich möglichst bald umzubringen, allerdings war der Druck dies auch wirklich und vor allem schnell zu tun, nun da er nicht mehr die Hölle der Irrenanstalt zu durchleiden hatte, nicht mehr so groß. Nachdem die Wirkung des Haldols langsam abnahm, wurde Herr Paul schließlich wieder aktiver, was sogar seine Mutter positiv vermerkte. Sie freute sich was er doch für schöne Fortschritte mache.
Dann war auch schon die Zeit gekommen, in der er seinen Zivildienst beim DPWV antreten mußte. Da er durch die Medikamentenrückstände in seinem Körper immer noch gehandikapt war, waren die täglichen "Essen auf Rädern- Fahrten" für ihn eine Tortur, und er baute in dieser Zeit auch prompt einen Unfall, bei dem es sich aber zum Glück nur um Blechschaden handelte. Dies veranlaßte ihn aber dann doch, den bei der Eingangsuntersuchung verschwiegenen Klappsmühlenaufenthalt anzugeben, worauf er schließlich ausgemustert wurde.
Vorher wurde er aber noch zum Zivilehrgang geschickt. Dies sollte zu Herrn Pauls Überraschung dann aber eine sehr schöne Zeit für ihn werden. Kurz vor Antritt des Lehrgangs, hatte er sich geschworen, seinem Leben doch kein Ende zu setzen, sondern seine zu erwartende Einsamkeit dadurch zu kompensieren, in dem er sein Leben voll und ganz der theoretischen Physik widmen wollte.
Um sein neues Ja zum Leben zu feiern, kaufte er sich für seinen ersten Zivisold eine schöne Tabakspfeife, und fuhr dann, halbwegs wieder mit der Welt im Einklang, zum Zivilehrgang. Der Lehrgang war recht locker, es gab dort "Staatsbürgerkunde", was aber nicht so schlimm war wie es sich anhört, sondern sogar recht interessant war, da im Unterricht viel politisch diskutiert wurde.
Und dann geschah das große Wunder, eines Morgens, als er im Bett lag, funktionierte ein längst abgeschriebener Körperteil wieder einwandfrei, und Herr Paul konnte nun im nachhinein nur den Kopf schütteln, über seine vielen, sinnlosen Selbstmordversuche.
Nun wurde er richtig euphorisch, was auch damit zusammenhing, daß die anfängliche Müdigkeit, nach dem schlagartigen Absetzen des Haldols, langsam aber sicher ins Gegenteil umschlug. Die Ausflüge mit den anderen Zivis nach Schulschluß in eine nahegelegene Großstadt konnte er nun so richtig genießen.
Auf einem dieser Ausflüge kamen sie dann auch plötzlich in der Nähe des Hauptbahnhofs in eine Straße, in der lauter leichtbekleidete Frauen hinter Glasscheiben zu betrachten, und natürlich nicht nur das, waren. Sie gingen alle zusammen ganz fasziniert den Rotlichtbezirk hinauf und hinunter, als plötzlich eine sehr hübsche Blondine, ungefähr in Herrn Pauls Alter, vielleicht etwas älter, von innen gegen ihr Fenster klopfte, Herr Paul zu sich winkte und das Fenster öffnete, worauf sich folgendes Gespräch entwickelte:
"Hallo, hast du vielleicht Lust mit mir nach oben zu gehen?"
"Nö"
"Warum nicht, wegen deiner Freundin oder so?"
"Nein, ich gebe nur nicht gern Geld für Dinge aus, die ich auch jederzeit umsonst haben kann."
"Warum gehst du dann hierher?"
"Äh, .. also in der Stadt, aus der ich komme, gibt es so etwas wie hier nicht und da wollte ich es mir mal angucken!"
Sie in einem recht skeptischen Tonfall: "So???"
"Ich lache eigentlich mehr über die Männer als über euch!"
Worauf sie wunderschön lächelte und leise "ach so" sagte.
Kurze Pause.
"Tschüß!"
"Tschüß!"
und das war's dann. Herr Paul konnte dies Mädchen. das so schön gelächelt hatte nur weil er ihr etwas nettes gesagt hatte, lange nicht vergessen, und sie wird auch noch in der weiteren Erzählung eine nicht unbedeutende Rolle spielen, wenngleich sich die beiden nie mehr getroffen haben.
Zunächst einmal machte Herr Paul allerdings noch einen letzten Versuch, Marie für sich zu gewinnen, indem er ihr einen langen Liebesbrief schrieb.
Die Antwort kam dann einige Tage später, sie schrieb ihm, daß sie noch nie so einen schönen Brief erhalten habe, sie aber nach wie vor der Meinung sei, daß Herr Paul und sie nicht zusammen passen würden, wünschte ihm aber viel Glück eine Frau zu finden, die zu ihm paßte und gab ihm am Schluß des Briefes noch den Tip, sich doch mal als Schriftsteller zu versuchen!
Herr Paul war natürlich enttäuscht, gab ihr aber schließlich recht, und machte sich nun daran eine Freundin zu suchen.
Der Zivilehrgang war dann auch bald zu Ende, Herr Paul wurde ausgemustert und vertrieb sich die Tage und Nächte damit, in Kneipen und Discos herumzulungern.
Er kam, wohl auch durch das schlagartige Absetzen des stark dämpfenden Haldols, in eine immer bedenklichere hocheuphorische Stimmung, indem ihm alles möglich schien, so faßte er bald den Entschluß seine Lieblingskusine zu heiraten, darüber hinaus glaubte er, aufgrund eines philosophischen Artikels über freien Willen und Rechtsphilosophie, denn er damals schrieb (und der im Anhang aufgeführt ist ), würde sich ihm bald die Möglichkeit bieten, Philosophieprofessor zu werden. Darüber hinaus schien ihm auch endlich die Zeit gekommen zu sein, sich an seinen Eltern für seine schreckliche Kindheit, und die Behandlung vor, und nach dem Suizidversuch zu rächen.
Er fing dann damit an morgens um 2, 3 Uhr nachdem er von seinen nächtlichen Streifzügen heimkam, die Eltern mit dem lauten Abspielen der Internationalen, die ja bekanntermaßen mit "Wacht auf Verdammte dieser Erde.." beginnt, aus dem Bett zu schmeißen, sie wüst zu beschimpfen, und sogar anzuspucken, darüber hinaus verkratzte er ihre geliebten Möbel, erdete die Phase der Steckdose an der Heizung, auf daß der Schutzschalter rausflog, und sein Vater nicht mehr Fußball gucken konnte, außerdem zog er noch den Stecker der Kühltruhe heraus, und schmiß statt dessen einen laufenden Fön in diese.
In ihrer Not wandten sich Herrn Pauls Eltern wieder an die Irrenärzte (einer soll übrigens gesagt haben: "was er will heiraten, dann benötigt er dringend psychiatrische Behandlung" ) die dann dafür sorgten, daß er von der Polizei abgeholt wurde, und wieder in der Irrenanstalt landete, Diagnose: "manische Selbstüberschätzung".
So ist das eben in diesem unseren Lande, Eltern können ihre Kinder praktisch quälen soviel sie wollen, fangen diese an sich zu wehren, so landen sie schließlich in der Klappsmühle und die Eltern laufen immer noch frei rum!
Da Herr Paul inzwischen wieder bei seinen Eltern gemeldet war, war eine andere Irrenanstalt für ihn zuständig, zwar wurde er auch dort mit Medikamenten traktiert, aber der ganze Aufenthalt stand doch unter anderem Vorzeichen, diesmal war Herr Paul die ganze Zeit in einer durch nichts zu trübenden Hochstimmung, brach innerhalb einer Woche 3 mal aus, und nächtigte dann bei Freunden aus der Friedensbewegung.
Sehr froh stimmte ihn auch der Besuch eines wirklich netten Mathematikprofessors, dem er einen Brief mit Gedanken über philosophische Probleme der Mathematik geschrieben hatte: Hat ein Mathematiker, der einen Satz beweist, diesen nun erfunden oder entdeckt? Herrn Pauls Lösung: er hat damit entdeckt das sich dieser Satz logisch konsistent erfinden läßt.
Während seiner Fluchten aus der Irrenanstalt stattete Herr Paul ihm dann einen Gegenbesuch ab, wobei der Professor dann versuchte, Herr Paul dazu zu bewegen, sich wieder mit seinen Eltern auszusöhnen, was dieser allerdings erst ein Jahre später am Sterbebett seines Vaters tat.
Ein anderer Brief an einen adeligen Physiker und Philosophen mit dem Inhalt des im Anhang abgedruckten Artikels, war weniger erfolgreich: der feine Pinkel antwortete nicht, was aber auch an Herrn Pauls unmöglicher Handschrift liegen könnte auch der Mathematiker hat nach eigener Angabe nur etwa die Hälfte seines Briefes entziffern können.
Nun dieser Aufenthalt in der Klappsmühle dauerte nur knapp einen Monat, pünktlich zum Weihnachtsfest, daß er dann bei der Familie eines Onkels feierte, wurde Herr Paul genauso verrückt, wie er hineingekommen war, wieder entlassen, und seine überschäumende Euphorie legte sich nur allmählich. Nach einiger Zeit zog Herr Paul schließlich in ein Studentenwohnheim ein, und nahm sein Physikstudium wieder auf, dies ging auch etwas über ein Jahr lang gut, bis ihn dann die Grippe erwischte, und damit fängt nun die eigentliche Geschichte erst an:
Die Zugfahrt
Es war Januar, und Herr Paul hatte hohes Fieber, so daß er in seiner Studentenbude im Bett lag, das Thermometer zeigte oft über 40 Grad an, und Herr Paul hatte eine Salbe, die man auf die Brust schmieren soll, damit die entstehenden Dämpfe die Erkrankung ausheilen.
Im Fieberwahn, denn in dem befand er sich schon, kam Herr Paul nun auf die Idee, sich die Salbe direkt unter die Nase zu reiben, damit sie schneller wirke.
Die Wirkung war fürchterlich, sein Puls ging rasend schnell, ebenso seine Gedanken und er hatte das ungute Gefühl langsam seinen Verstand zu verlieren.
Was ihm genau alles durch den Kopf ging, kann er nicht mehr rekonstruieren es war einfach zu wirr, er trank damit seine Nieren die Vergiftung, vielleicht war es auch ein allergischer Schock, ausscheiden zu lassen, unmengen von Wasser und fiel schließlich in einen unruhigen Schlaf, aus dem er mehrmals erwachte, und zwar immer in den Nachtstunden.
Die Dunkelheit irritierte ihn in seinem Fieberwahn sehr, er fragte sich ob die Sonne aufgehört habe zu scheinen, verwarf dies aber bald wieder als unmöglich, soweit sollte es doch erst in 4 Milliarden Jahren sein, oder erlebte er etwa einen nuklearen Winter, war er der letzte Überlebende eines thermonuklearen Krieges? Warum hatte er überlebt, war er vielleicht Gott? War der jüngste Tag gekommen?
Irritiert stand er auf und streifte durch das Studentenwohnheim, traf aber, da es wohl mitten in der Nacht bzw. am frühen und noch finsteren Morgen war, niemanden an.
Draußen vor dem Fenster war es tief schwarze Nacht, dazu eisig kalt, was seine Überzeugung, der letzte Überlebende des Atomkrieges zu sein, festigte.
Er bekam langsam Hunger, und vergriff sich an den Vorräten der anderen Studenten, nachdem er sich so gestärkt hatte, erblickte er plötzlich durchs Fenster einen zweiten "Überlebenden" der mit langsamen, und wie es Herr Paul schien, irgendwie feierlichen, Schritten die Post brachte.
So erfreut er war, nicht ganz allein auf der Welt zu sein, so scheu und unbeholfen fühlte er sich nun in seiner neuen Rolle als lieber Gott, daß er erst zum Briefkasten ging, als der Briefträger schon weggegangen war. Zu seinem Kummer war kein Brief für ihn gekommen, und er legte sich wieder in sein Bett, vorher kam er allerdings noch auf die Idee, sich mit Asche ein Kreuz auf die Stirn zu malen, wie er es vor Jahren in Ottfried Preußlers Kinderroman "Krabatt" gelesen hatte, um sein altes Leben praktisch auszuschwitzen und nachdem der Schweiß dann das Kreuz von seiner Stirn abgewaschen haben würde, ein neues unbeschwerteres Leben aufzunehmen, worauf er bald wieder in einen unruhigen Schlaf fiel.
Als er wieder aufwachte, hatte er plötzlich wie aus dem nichts heraus eine Eingebung wie das Universum vielleicht funktionieren könnte:
Vor seinem Fieberwahn hatte er schon ein Gedankenexperiment gemacht, bei dem sich die Entropie, wie es schien verringerte.
Die Entropie ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit des Zustandes eines physikalischen Systems, und da Zustände mit größerer Unordnung wahrscheinlicher sind, haben sie eine größere Entropie.
Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt nun, daß über längere Zeiträume die Entropie eines physikalischen Systems stetig zunimmt, wenngleich sie kurzfristig rein zufällig auch mal abnehmen kann. Da insbesondere bei Verbrennungs- und nuklearen Prozessen geordnete potentielle Energie in ungeordnete thermische Bewegungsenergie umgewandelt wird, spricht man auch vom Wärmetod des Universums, da dieses, nach dieser Theorie schließlich im Zustand größtmöglicher Unordnung zur Ruhe kommen sollte.
Herrn Pauls Gedankenexperiment bestand nun darin, daß man ein Glas Wasser nimmt, etwas Dreck hineinschütet, umrührt und dann ein Glas Dreckwasser mit großer Unordnung, also großer Entropie hat, das sich, sich selbst überlassen unter dem Einfluß der Gravitation aber wieder in Richtung zunehmender Ordnung bewegt, da sich der Dreck unten absetzt und darüber wieder klares Wasser zu finden ist.
In seinem Fieberwahn schien Herr Paul nun alles klar, die Gravitation überwindet die Entropiezunahme und verhindert den Wärmetod des Universums, indem sie alle Massen und alle Strahlung, damit alle Energie, die ja nach dem Energierhaltungssatz nicht verlorengehen kann, wieder an einem Punkt des Universums zusammenzieht und dann sollte, so schien es ihm wenigstens, aus der Heissenbergschen Unschärferelation, die vereinfacht besagt, daß man ein Teilchen nicht auf einen beliebig kleinen Raum einschränken kann hne das seine Impulsunschärfe( vielleicht mit "Unbestimmtheit der "Wucht" von Teilchen ins Alltagsdeutsch zu übersetzen) unendlich groß wird, folgen daß das Universum in einem neuen Urknall wieder auseinander fliegt.
(Für den physikalisch interessierten Leser: Der Denkfehler bei dem Wasserglasexperiment besteht darin, das der sich unten absetzende Dreck mit einer gewissen Geschwindigkeit auf den Glasboden auftrift, und diese Bewegungsenergie der Dreckmoleküle sich in Wärme, also ungeordnete Bewegungsenergie umwandelt, die sich dann immer feiner verteilt und zum Teil auch in Wärmestrahlung übergeht, den gleichen Effekt haben auch die Wasserwirbel, die entstehen, wenn sich die Dreckmoleküle ihren Weg nach unten durch die Wassermoleküle bahnen- all diese Prozesse führen natürlich zu einer Erhöhung der Entropie-aber das beachtete Herr Paul damals nicht, was aber insofern zu entschuldigen ist, da seine Naivität auch daher rührte, das er die Thermodynamik damals nur aus populären Darstellungen kannte)
Und wenn das Universum ewig besteht, also in einem gewissen Sinne unsterblich ist, wäre es da nicht naheliegend, das die Menschen dann auch unsterblich wären, zumal alle Versuche das menschliche oder auch nur das tierische Bewußtsein physikalisch zu erklären, oder gar auf Computern zu simulieren, kläglich gescheitert sind, warum sollte es also keine immaterielle und damit womöglich auch unsterbliche Seele geben, zumal da ja auch noch die interessanten Berichte derer sind, die klinisch tot waren, und die man zurückgeholt hatte.
Hatte sich vielleicht ein Atomkrieg ereignet, indem alle Menschen gestorben waren, waren seitdem Jahrmilliarden vergangen, von denen die Menschen, da sie ja tot waren, nichts mitbekommen hatten, genauso wie Herr Paul ja auch vom auspumpen seines Magens nach seinem ersten ernsthaften Selbstmordversuch, nichts mitbekommen hatte, war schließlich ein zweiter Urknall erfolgt, hatte sich eine zweite Evolution ereignet, und war die Menschheit wiederum im Jahre 1989 angekommen? Herr Paul fand seine Theorie so schön, daß er von ihrer Richtigkeit sofort überzeugt war.
Wenn sie aber richtig war, war müßten doch fast alle Menschen noch oder wieder leben, und noch dazu unsterblich sein, und Herr Paul selbst wäre Gott, wie hätte er sonst das Universum so schnell durchschauen können?
Im ganzen Wohnheim war es totenstill, es schien ihm sogar stiller zu sein als je zuvor.
In seiner Euphorie stellte er das Radio an, und hörte begeistert, daß gerade die Ode an die Freude aus Beethovens Neunter Symphonie gespielt wurde, warum? Nun die Antwort schien Herr Paul auf der Hand zu liegen: zur Feier der Tatsache, das Gott soeben das Universum enträtselt hatte, der jüngste Tag angebrochen war, und die Menschheit nunmehr um ihre Unsterblichkeit wußte! Begeistert sang Herr Paul laut mit: "Wir betreten feuertrunken Himmlische dein Heiligtum! Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt; alle Menschen werden Brüder.." Herr Paul war überglücklich und fiel bald darauf in einen tiefen Schlaf.
Gegen morgen erwachte er wieder, und erlebte in einer unheimlich beglückten Stimmung seinen ersten Sonnenaufgang seit langem, dazu hörte er klassische Musik aus dem Radio, plötzlich fiel ihm ein, daß er als lieber Gott wahrscheinlich unter ständiger Kontrolle diverser Geheimdienste stände, und rund um die Uhr beobachtet und überwacht würde, möglicherweise über den als Mikrophon zweckentfremdeten Lautsprecher der hauseigenen Telephonanlage seines Apartments, weshalb er rief: "Hallo hört mich jemand, laßt mich doch nicht so alleine kann nicht irgend jemand kommen?"
Darauf hörte er dann eine weibliche Stimme: "Oh Gott, er will das jemand rauf kommt!" dies sollte allerdings das erste und einzige mal bleiben, das er mit dem Phänomen wahnhaften Stimmenhörens vertraut wurde.
Natürlich kam niemand, und Herr Paul beschloß lieber noch in seinem Bett liegen zu bleiben und mit offenen Augen vor sich hinzuträumen, erschien ihm doch alles zu schön um wahr zu sein.
Natürlich dachte er auch wieder voller Leidenschaft an Marie, nun als lieber Gott mußte es ihm doch ein leichtes sein ihre Liebe zu erwecken weshalb er schließlich rief: "Wichtige Nachricht an Marie X. ich liebe dich noch immer mehr als irgend jemanden anders je zuvor, komm doch bitte, falls möglich, heute noch zum Frühstücken, come when I play Bolero!"
Herr Paul blieb noch ca. 5 Minuten vor sich hin träumend im Bett liegen, stand dann aber schnell auf, duschte, kochte dann Wasser setzte Tee auf und deckte dann den Frühstückstisch. Schließlich ging er mit laut klopfenden Herzen in sein Apartment, legte die CD mit Ravells Bolero auf, drehte die Lautstärke hoch, öffnete die Zimmertür weit, damit die Musik den gesamten Flur beschallte, und begab sich verzückt der Musik lauschend und in brennender Erwartung wieder in die Küche, um auf Marie zu warten. Marie kam natürlich nicht, war sie möglicherweise noch zu scheu um Herr Paul entgegenzutreten? Zumal sie sich ja erst einmal an den Gedanken gewöhnen mußte, das Herr Paul der liebe Gott sei?.
Schließlich rief Herr Paul bei Marie an, erreichte allerdings nur Marie´s Mutter, die ihm mitteilte, daß Marie noch schlafe, daraufhin dachte Herr Paul, daß Marie alle die Neuheiten im Traume erfahren würde, und beschloß, sie weiter schlafen zu lassen.
Plötzlich klopfte es an die Tür, und ein befreundeter Physikstudent, der im gleichen Wohnheim wohnte, fragte ob Herr Paul nicht Lust hätte aufzustehen, worauf Herr Paul antwortete: "Es ist alles noch so neu, und fast zu schön um wahr zu sein, laß mich noch etwas weiter träumen" worauf der Physikstudent wohl sehr verwundert wieder abzog.
Herr Paul nahm schließlich, da dies ihm zur Situation zu passen schien, eines seiner Lieblingsbücher, ja eigentlich neben Dostojewskies "Der Idiot", sein absolutes Lieblingsbuch: Exyperies "Der kleine Prinz" zur Hand, und begann in einer eigenartig feierlichen Stimmung darin zu lesen, als er an die Stelle kam: "So habe ich in meinem Leben mit einer Menge ernsthafter Leute zu tun gehabt. Ich bin viel mit Erwachsenen umgegangen und habe Gelegenheit gehabt, sie ganz aus der Nähe zu betrachten. Das hat meiner Meinung über sie nicht besonders gut getan." mußte er laut auflachen.
Später schien ihm dann die Zeit reif dafür in seiner neuen Eigenschaft als lieber Gott eine Ansprache an die Menschheit zu halten, weshalb er sich entschloß folgenden Text Albert Einsteins laut und feierlich vorzulesen, war er doch davon überzeugt abgehört zu werden:
"Jugend, weist du, das du nicht die erste Jugend bist, die nach einem Leben voll Schönheit und Freiheit lechzte? Jugend weist du, daß all deine Vorfahren so waren wie du und der Sorge und dem Haß verfielen? Weist du auch, daß deine heißen Wünsche nur dann in Erfüllung gehen können, wenn es dir gelingt, Liebe und Verständnis für Mensch, Tier, Pflanze und Sterne zu erringen, wenn jede Freude deine Freude und jeder Schmerz dein Schmerz sein wird? Öffne deine Augen, dein Herz und deine Hände und meide das Gift, das deine Ahnen aus der Geschichte gierig gesogen haben. Dann wird die Erde dein Vaterland sein und all dein Schaffen und Wirken wird Segen spenden."
Nach dieser Aktion für den Weltfrieden hörte Herr Paul noch etwas Musik, und beschloß dann um richtig wach zu werden, noch einmal kalt zu duschen.
Als er aus der Dusche zurückkam, fing es draußen gerade an zu regnen, worin Herr Paul einen Zusammenhang mit seinem Duschen zu sehen glaubte, außerdem kam ihm folgender Satz in den Sinn "Und dann kam der Regen und wusch allen Schmutz und alles Elend von der Welt ab".
Woher er diesen Satz hatte, ob er ihn einmal gelesen hatte, weiß er bis heute nicht, schließlich glaubte er in ihn einen alten Orakelspruch zu sehen der seit Urzeiten tief und unbewußt in der Menschheit verwurzelt war, und jetzt am jüngsten Tag ins Bewußtsein trat, und sich bewahrheitete.
Schließlich kam er auf die Idee, den Fernseher einzuschalten, und sah einen Bericht aus Moskau, indem ein Russe die damaligen Veränderungen (Gorbatschows "Glasnost " und "Perestroika") als irreversibel bezeichnete, im Hintergrund waren die Scheinwerfer von Automobilen zu sehen, die sich langsam, und wie es Herr Paul schien: feierlich durchs Bild bewegten. Der Gebrauch des physikalischen Fachwortes irreversibel durch den russischen Politiker bezog Herr Paul natürlich sofort auf sich.
Schließlich stellte Herr Paul den Fernseher ab, und schrieb einen langen Liebesbrief an Marie auf die Tischplatte seines Nachtschränkchens, da er der Überzeugung war, sie werde ihn in der Nacht aufsuchen, schließlich kam er noch auf die Idee, da seine Überzeugung ob des nächtlichen Erscheinens von Marie doch noch etwas wackelig war, Maries Antwort selbst zu fälschen, in der Hoffnung, daß er dies am Morgen vergessen haben würde, um sich selbst zu täuschen, und so einer möglichen Enttäuschung vorzubeugen.
Er war gerade am Einschlafen, als er auf dem Flur Schritte hörte, die rasch näherkamen und sich genauso schnell wieder entfernten, dann wieder näher kamen und so fort.
Er glaubte auch leise weibliche Stimmen zu hören, die ihm irgendwie bekannt vorkamen, waren es vielleicht all die Mädchen wie Doris, Corina, Beate, Malen, Annette, in die er mal verliebt war, ohne das damals was daraus geworden war? Nur Marie fehlte.
Wollten sie vielleicht alle zu ihm, um das versäumte nachzuholen? Herr Paul öffnete die Tür seines Apartments ein Stück, legte sich dann nackt ins Bett und konnte vor freudiger Erwartung lange nicht einschlafen, und träumte schließlich von wilden Orgien mit all diesen Mädchen, als er dann plötzlich mitten in der Nacht ganz verschwitzt aufwachte, konnte er nicht entscheiden, ob alles nur ein Traum oder aber Realität war, da sein Bett ziemlich wüst aussah nahm er schließlich an, daß alles tatsächlich stattgefunden hatte und kam in eine sehr gehobene Stimmung, sein neues Leben als lieber Gott fing ja ausgesprochen erfreulich an, das einzige was ihn bekümmerte war, daß seine heiß geliebte Marie nicht erschienen war oder würde sie noch sozusagen als Höhepunkt der Nacht kommen?
Herr Paul beschloß, schnell aufzustehen, sich zu duschen und zu warten. Als er aus der Dusche kam, sah er, daß aus der Küche Licht auf den Flur des Studentenwohnheimes fiel, war Marie schon bis in die Küche gekommen? Herr Paul wagte lange aus Angst vor einer Enttäuschung nicht nachzugucken, ging aber schließlich doch hin und fand die Küche leer.
"Man darf halt nicht zuviel auf einmal erwarten" dachte er sich dann, und begann bald darauf sich mit der Frage zu beschäftigen, warum er so spät und nach so vielen unnötigen Qualen gemerkt hatte, daß er der liebe Gott sei, schließlich kam er auf folgende Theorie: Als Gott, also er, in einem früheren Leben die Welt geschaffen hatte, sagte er sich, ähnlich dem Philosophen Kant, der, als er aus finanziellen Gründen seinen Diener Lampe hatte entlassen müssen, und sich dann einen Zettel schrieb. "Lampe muß vergessen werden!" daß er vergessen müsse, das er der liebe Gott sei, um das Leben der Menschen mit allem dazugehörenden Leiden aber auch allem Glück als gleicher unter gleichen zu durchleben und zu durchleiden.
War er Herr Paul vielleicht in einem früheren Leben Jesus gewesen, später dann vielleicht Einstein, zumal beide Juden waren, also zu seinem Volke (im Sinne Volk Gottes ) gehörten, und hatte er sich, nach den entsetzlichen Verbrechen, die die Bewohner der Fidschi Inseln, im "deutschen Namen" an den Juden begangen hatten, dazu entschlossen, nunmehr als Deutscher zur Welt zu kommen, um beide Völker wieder auszusöhnen?
Indem er so vor sich hin grübelte, wurde es langsam wieder Morgen und Herr Paul hoffte, daß diesmal Marie erscheinen würde, vielleicht wollte sie sich noch für ihn schön machen? Auf jeden Fall legte Herr Paul Shampoo, Kamm, Fön und Handtücher in das Badezimmer am anderen Ende des Flures, bereitete wieder Tee, deckte den Tisch für zwei Personen, und spielte, nachdem er aus selbstironischen Gründen denn Text von "Dinner for one" herausgeholt hatte, wieder Ravels Bolero.
Natürlich erschien Marie wieder nicht, diesmal wagte es Herr Paul allerdings nicht bei ihr anzurufen sondern verließ nach langer Krankheit schließlich zum erstenmal seit langem wieder das Studentenwohnheim, um sich in der Universitätsstadt umzugucken, und vor allem zu gucken, wie sie sich jetzt, nach Atomkrieg und zweitem Urknall aussah.
Um etwaige Beschatter abzuschütteln, fuhr er mit dem Fahrstuhl nicht ins Erdgeschoß, sondern in den Keller des Studentenwohnheimes, und trat schließlichurch die Tür des Fahrradkellers hinaus in einen strahlenden Morgen; die Luft war zwar noch sehr kühl, gleichzeitig wärmten ihn aber die Sonnenstrahlen aufs angenehmste, was auch dringend nötig war, hatte er sich doch in der Erwartung, daß die Natur den lieben Gott nicht würde frieren lassen nur äußerst dünn angezogen.
Als erstes begab sich Herr Paul auf den Weg Richtung Innenstadt, und beobachtete dabei aufs aufmerksamste die ihm entgegenkommenden Passanten, wobei es ihm so vorkam, als bewegten sie sich alle irgendwie merkwürdig, sie schienen alle ständig zu stolpern, dann wieder zu humpeln und schienen überhaupt die verrücktesten Bewegungen zu machen, als wären sie alle noch kleine Kinder, auch erschienen Herr Paul ihre Gesichter ohne Ausnahme außergewöhnlich fröhlich. Waren vielleicht nach dem jüngsten Tage nur noch die fröhlichen und vielleicht auch etwas verrückten Menschen übriggeblieben, während alle humorlosen Spießer die großen Umwälzungen nicht hatten verdauen können und sich deshalb umgebracht hatten?
Herr Paul konnte dies nur recht sein, und er kam in eine immer fröhlichere Stimmung, auch bemerkte er ungewöhnlich viele schöne Frauen, waren sie vielleicht so schön weil sie alle genau wie Herr Paul verrückt waren? Darüber das er selbst verrückt war bestand für Herr Paul kein Zweifel, was ihn aber nicht bedrückte, ganz im Gegenteil er begrüßte dies, und an der Richtigkeit seiner Theorien ließ es ihn auch nicht zweifeln.
Nach dem gestrigen Regen war die Stadt wirklich wie reingewaschen, kein Staub und nichts, auch glänzten die Häuserfasaden nach dem Regen, und schienen ihm überhaupt fast alle wie frisch renoviert, wie schön war doch seine Stadt geworden!
Als er so die Hauptstraße der Universitätsstraße entlang lief, sah er plötzlich in einiger Entfernung ein Mädchen auf einem silberfarbenen Damenrennrad auf sich zukommen, die er, da sie Marie von Aussehen und Größe sehr ähnlich war, für diese hielt, das Mädchen schien ihm zuzulächeln, bog aber dann sofort nach links in eine Seitenstraße ein, und war für Herr Paul nicht mehr zu sehen. Herr Paul war überglücklich: Marie hatte ihn angelächelt! In gehobener Stimmung betrat er ein Café, bestellte sich einen Milchkaffee, stopfte und entzündete eine Pfeife, und saß dann dort abwechselnd an seinem Milchkaffee nippend und an seiner Pfeife ziehend, mit offenen Augen vor sich hin träumend. Nachdem seine Gedanken fast eine Stunde lang sich voller Zärtlichkeit mit Marie beschäftigt hatten, begann er plötzlich wieder über Physik und Philosophie zu grübeln.
Wie paßte eine immaterielle Seele zur materiellen Welt? Plötzlich kam ihm eine Idee, war die Frage vielleicht falsch herum gestellt, soll heißen, war die scheinbar materielle Welt nicht vielleicht selbst immateriell: waren die triumphalen Erfolge der Theoretischen Physik vielleicht darauf zurückzuführen, das es gar keine wahre Welt gab, sondern nur eine einzige denkmögliche mathematische Welt, die aber nur im Bewußtsein der Menschen bestand, waren deshalb alle Experimente der Experimentalphysiker letztendlich nur Gedankenexperimente? Viel schien Herr Paul dafür zu sprechen: vor allem der letztendlich nur abstrakt mathematisch zu begreifende Welle-Teilchendualismus der Quantenmechanik, die Frage nach der Endlichkeit oder Unendlichkeit des Universums, die man sich ja auch anschaulich nicht vorstellen kann, und natürlich das Problem des Bewußtseins überhaupt.
Nimmt man an, das die Menschen und die ganze Welt nicht existieren also nicht wirklich aus Fleisch und Blut, bzw. was das Universum angeht hauptsächlich aus Wasserstoff sind, sondern nur gedacht sind, gibt es natürlich auch mit der Unsterblichkeit keinerlei Probleme.
Herr Paul mußte plötzlich laut lachen und dachte dabei im Stillen immer wieder: "Uns gibt´s ja gar nicht, so etwas verrücktes wie uns gibt´s ja gar nicht! "
Schließlich machte sich Herr Paul auf den Weg zu einem Spaziergang durch die Universitätsstadt.
Da er von der Stadt bisher nur die Gegend rund um die Universität, sowie die Fußgängerzone genauer kannte, kam ihm vieles neu vor, so auch einige Kneipen, vor allem in der Altstadt und er führte die Tatsache, das es er nun so viele schöne Ecken in seiner Stadt fand, natürlich auf die großen Umwälzungen an die er glaubte, zurück.
Auch interessierten ihn, dessen Bekleidung sich bisher auf hellblaue Jeans, kombiniert mit dunkelblauem Pullover beschränkt hatte, die schönen Hemden, die vor den Geschäften hingen sehr, so daß er sich schließlich ein schönes dunkelrotes Jeanshemd, nun ja aus Mangel an Geld, nicht kaufte, sondern klaute und sofort anzog. So verschönert machte er sich schließlich auf den Weg zur Universität, um in der Mensa zu essen, Vorlesungen hatte er übrigens nicht zu besuchen, waren doch im Verlauf seiner Fiebererkrankung die Semesterferien angefangen.
Nachdem er in der Mensa gegessen hatte, spazierte er noch etwas in der Universität herum, und kam dabei auch an ein Terminal der Bundespost, daß dem damaligen Informationsnetz der Post diente. Kurz entschlossen tippte Herr Paul folgenden Text in den Computer: "Peter waits in the university of X for Marie, please copy" und war sogleich davon überzeugt, das der Text millionenfach kopiert würde und auch Marie erreichen würde, darauf begab sich Herr Paul kurz in die Räume der Physikfachschaft, traf dort aber niemanden an, so daß er beschloß in die Cafeteria zu gehen. Auf dem Weg dorthin hörte er plötzlich schöne Musik die im nachhinein betrachtet wohl aus einer Kneipe in der Universität gekommen war, die Herr Paul damals aber, da er sich ihren Ursprung nicht erklären konnte für eine Art Wunder hielt, daß Maries baldiges Kommen anzuzeigen schien.
Würde es etwa zur Feier der Begegnung von Marie und Peter ein rauschendes Fest in der Universität geben? Dadurch, daß die Musik im Laufe der Zeit immer lauter wurde und ihm daher näher zu kommen schien, wurde Herr Paul in seinem Wahn natürlich nur bestärkt, und er wartete mit laut klopfendem Herzen Stunde um Stunde in der Cafeteria auf Maries Erscheinen, bis er am Abend schließlich als letzter Gast von den Bediensteten des Studentenwerks gewaltsam aus der Cafeteria gezerrt wurde als diese schloß, Herr Paul aber nichts desto trotz weiter auf Marie warten wollte.
Schließlich begab sich Herr Paul wieder ins Studentenwohnheim, wo er schließlich auf die Idee kam, daß, sollte sich wieder mal ein weiterer Urknall ereignen, es empfehlenswert wäre, als lieber Gott etwas an den Anfangsbedingungen des Universums zu manipulieren, weshalb er dann die Türschilder seiner Mitbewohner mit Namen wie: Marlene Dietrich, Marylin Monroe, Josephine Baker, Camile Claudel, Madame Curie, Rosa Luxemburg und natürlich Marie überklebte, in der Erwartung, das all diese tollen Frauen dann, nach einem etwaigen neuen Urknall, mit Herr Paul zusammen auf einem Flur wohnen würden.
Später ging er dann noch in den Bierkeller des Studentenwohnheimes, wo er zu seinem Bedauern feststellen mußte, das trotz aller großen Umwälzungen der Bierkeller noch immer fast nur von Männern besucht war.
Wie er da so vor seinem Glas Bier saß, konnte er ein Gespräch mit anhören, in dem sich drei Studenten über ihre nächtlichen Träume unterhielten.
Der erste hatte geträumt, daß er in einem großen Hörsaal saß, wo ein Professor mit einer ganz leisen Stimme eine schier endlose Vorlesung hielt, für Herr Paul war sofort klar, das es sich dabei nur um eine Physikvorlesung gehandelt haben konnte, in der seine "neue Physik" erläutert wurde. Wurden seine Theorien vielleicht durch Träume Allgemeingut, würden jetzt alle Menschen Physiker werden? Herr Paul war hoch erfreut.
Im nächsten Traum saß der betreffende Student im Kino, und sah einen Film mit dem Titel. "Kampfpanzer Sherman im Gefecht" diesen Traum deutete Herr Paul in dem Sinne, daß der Kommilitone in einem früheren Leben alliierter Panzersoldat gewesen sein mußte, und sich nun im Traum an seine Erlebnisse im zweiten Weltkrieg erinnerte.
Ihm kam dabei unwillkürlich eine Erinnerung aus frühster Kindheit in den Sinn, als er mit seinem Opa durch ein Waldstück spazierte, hatte er plötzlich vor seinem geistigen Auge Soldaten in feldgrauer Uniform, Gewehr und mit Pickelhaube durch den Wald pirschen sehen, wobei ihm aber im Nachhinein klar war, das er damals das Aussehen von Weltkrieg I. Soldaten noch nicht gekannt haben dürfte, woher kam also dieses naturgetreue Bild? Hatte er in einem früheren Leben am ersten Weltkrieg teilgenommen?
Der dritte Traum gefiel Herr Paul aber am weitaus besten: der Student lag in seinem Apartment auf dem Bett, und hatte einen Würfel, und war dabei der Überzeugung, daß sollte es ihm gelingen eine sechs zu würfeln, sofort lauter hübsche Mädchen zu ihm ins Zimmer kommen würden, und er dann soviel Sex haben könnte wie er nur wollte, nur leider würfelte er immer andere Zahlen, worauf sich dann weniger großartige Dinge ereigneten, zum Beispiel kamen seine Kumpels zu Besuch und veranstalteten ein Saufgelage.
Herr Paul mußte natürlich sofort an seinen eigenen Traum denken, oder war es keiner gewesen? Auf jeden Fall schienen die Nächte für männliche Bewohner des Studentenwohnheimes immer schöner zu werden.
Am nächsten Morgen guckte er dann erst einmal Fernsehen, es wurde irgendeine Serie über eine Familie gezeigt, bei der es ziemlich drunter und drüber ging und Herr Paul dachte bei sich: "Die sind ja noch verrückter als ich selbst".
Später kam dann ein Film über einen Stoßtrupp im ersten Weltkrieg mit einem recht kriegerischen Text, wohl von Ernst Jünger, während dessen plötzlich das Telephon auf dem Flur klingelte, und eine Mitbewohnerin rief: "Das ist bestimmt für mich".
Für Herrn Paul war sofort klar, daß der verstorbene Großvater oder ein anderer älterer Angehöriger der Mitbewohnerin in seinem jetzigen neuen Leben den Film gesehen haben mußte, und nun Kontakt aufnehmen wollte, was die Studentin instinktiv wissen mußte.
Später kam Herr Paul dann auf die Idee, das es höchste Zeit sei, das "Psychiaterproblem" energisch in Angriff zu nehmen, weshalb er schließlich laut rief: "Gottesbefehl Nummer 1: Alle Psychiater weltweit sind unverzüglich an die Wand zu stellen, nur ein toter Psychiater ist ein guter Psychiater!" Bei der Vorstellung, das nun das ganze Sadistenpack von MG-Salven zerfetzt würde, empfand Herr Paul ein tiefes Glücksgefühl.
Danach hörte er noch ein bißchen Radio, wobei ihm vor allem die Songs:
"Do you wan´t to live for ever joung" und "talking about a revolution" gefielen, bezog er sie doch auf sich.
Schließlich machte er sich zu einem weiteren Streifzug durch seine Universitätsstadt auf, es regnete in Strömen, und Herr Paul lief mit Absicht durch die tiefsten Pfützen, dachte er doch, daß wenn er als lieber Gott dies täte, würden all die anderen Menschen Alpträume bekommen, in denen sie glaubten in einer riesigen Flut zu ertrinken, was er ihnen ausnahmsweise auch mal gönnte.
Schließlich kam er an eine Schrebergartenkolonie, wo er zum Spaß einen Gartenzwerg entwendete, und ihn auf einer kleinen Bühne innerhalb der Kleingartenkolonie aufstellte, wobei er von mehreren, ziemlich verdutzten blickenden Kleingärtnern beobachtet wurde, weshalb er dann auch das Weite suchte.
Bald darauf kam er an einen Bach, über den neben einer Brücke, auch so etwas ähnliches wie zwei Eisenbahnschienen führten. Zum Spaß, und weil er der Überzeugung war, heimlich von Geheimdienstlern gefilmt zu werden, die er etwas verblüffen wollte, überquerte er den Bach zuerst über die Brücke, um sich dann über die Schienen zurück zu hangeln.
Danach beschloß er immer gerade aus zu gehen, und zu sehen was sich ereignen würde.
Schließlich kam er an einen kleinen Bahnhof, und fand an der Bahnsteigkannte schließlich eine goldene Taschenuhr, wobei er sofort der Überzeugung war, das dies die goldene Uhr von August Bebel sei, die sich zuletzt wie er aus dem "Spiegel" wußte, in Willy Brands Besitz befand, warum nun hatte Willy Brand ihm die Uhr auf seinen Weg gelegt? Wollte er ihm damit den SPD-Vorsitz anbieten? Herr Paul beschloß schließlich den SPD Vorsitz auszuschlagen, da er mehr mit den Grünen sympathisierte und es ihm darüber hinaus geraten erschien als lieber Gott überparteilich zu bleiben, er wollte Willy auch noch später einen entsprechenden Brief schreiben, unterließ dies Gott sei dank aber.
Bald darauf mußte er dringend pinkeln, und verzog sich dazu in die Büsche, wobei er dann da er glaubte lustig sein zu müssen, in den Baum, an den er gepinkelt hatte mit seinem Taschenmesser mit viel Mühe die Inschrift ritzte: "Wanderer kommst du nach Sparta, berichte du habest uns hier stehen und pinkeln gesehen wie es das Gesetz befahl!" darunter setzte er dann noch "Do jou want to live forever in raining X?"
Schließlich suchte er eine kleines Restaurant auf, es war mehr so eine Imbissbude und aß dort eine Currywurst mit doppelter Pommes und legte da er kein anderes Geld mehr hatte ein früher mal auf der Straße gefundenes Dollarstück neben seinen Teller und verließ in einem unbeobachteten Augenblick die Kneipe, wurde aber bald von der Wirtin eingeholt, die ihn fragte ob er nicht zahlen wollte- "aber ich habe das Geld doch auf den Tisch gelegt!" worauf die Wirtin "ach so " sagte, und in ihre Kneipe zurückrannte, während Herr Paul sah, daß er fort kam, er wußte übrigens längst nicht mehr wo er sich befand.
Bald darauf kam er an eine Bushaltestelle und setzte sich in den nächstbesten Bus, obwohl ihm dessen Aufschrift nichts sagte, und fuhr durch eine immer ländlicher werdende Gegend bis zur Endhaltestelle von wo er seine Wanderung fortsetzte, wobei er nur noch querfeldein über Wiesen und Felder und durch Wälder lief.
Als er so lief, sah er plötzlich einen Polizeihubschrauber im Tiefflug, beobachtete er ihn? Hatte Marie die Polizei auf ihn angesetzt? ging es ihm durch den Kopf.
Schließlich kam er an eine ca. 5 Meter hohe Straßenbrücke, die über einen Bach führte, ohne viel nachzudenken, beschloß er, die Gelegenheit auszunutzen, um sich von seiner Unsterblichkeit zu überzeugen, er schwang sich also über das Brückengeländer, und ließ sich in den Bach fallen.
Zu seinem Glück erwischte er eine tiefere Stelle, so daß er sich nur ganz leicht den Knöchel verstauchte, und stieg triumphierend aus dem Bach, fing aber bald an erbärmlich zu frieren. Schließlich kam er in eine Kleinstadt, die ihn entfernt an die Stadt erinnerte in der er aufgewachsen war, war sie in der Zwischenzeit, nach seiner Theorie immerhin mehrere Milliarden Jahre, zerstört worden und nun mit einigen Änderungen wieder aufgebaut worden? Aber wie kam sie hierher? Hatten sich vielleicht die tektonischen Platten verschoben, so daß sich die Orte aller Städte verändert hatten? Und da war ja auch schon seine alte Realschule, zwar mit einigen Veränderungen wiederaufgebaut, aber durchaus wiederzuerkennen.
Herr Paul hatte aber wenig Lust sich seine "Heimatstadt" genau anzugucken, sondern wollte nur noch nach Hause in die Wärme seiner Studentenbude.
Aber wie dorthin gelangen? Schließlich beschloß Herr Paul, daß es das beste sei, ein Auto zu klauen, und da stand ja auch schon eines, nämlich ein VW-Passat vor der Turnhalle.
Dem im Autoknacken natürlich unbewanderten Herr Paul kam es sehr zupass, das die Türen des Wagens offen standen und der Zündschlüssel steckte, weniger günstig war es allerdings, das zwei Männer, offensichtlich die Besitzer, davor standen und sich unterhielten.
Kurz entschlossen sprang Herr Paul blitzschnell in das Auto, verriegelte die Türren, startete den Motor und fuhr von dannen, die verdutzten Gesichter der beiden Männer im Rückspiegel betrachtend. Da er nicht wußte in welche Richtung er zu fahren hatte fuhr er erst mal aufs geradewohl los, und mied aus Angst vor der Polizei die Hauptstraßen.
Auf einem Feldweg blieb er dann allerdings im Schlamm stecken, und konnte den Wagen nur mit viel Mühe und Mithilfe einer sich im Kofferraum desselben befindlichen Fußmatte wieder flott kriegen. Auf diesen Zeitverlust ist es wohl zurückzuführen, das er bald darauf der Polizei ins Netz ging.
Er fuhr gerade auf einer größeren Straße, als er in der Nähe einer Autobahnauffahrt von einem Polizeiwagen überholt, und mit der Kelle zum Halten aufgefordert wurde. Herr Paul ging auch scheinbar darauf ein, beschleunigte aber, als beide Wagen fast schon standen wieder, und versuchte rechts am Polizeiwagen vorbei über den Grünstreifen zu entkommen. Als dies der Fahrer des Polizeiwagens vereitelte sprang Herr Paul aus dem Wagen und ein Polizist rannte mit gezogener Waffe auf ihn zu, und brachte als er auf ca. 2 Meter heran war, die Pistole auf ihn in Anschlag, was Herr Paul aber wenig beeindruckte, hielt er sich doch für unsterblich, Gott sei dank nahm er allerdings trotzdem reflexartig beide Arme hoch, und wurde verhaftet. Auf der Polizeiwache wurde er dann gefragt, warum er den Wagen gestohlen hätte, worauf er antwortete: "Weil ich nach Hause fahren wollte", auf die Frage nach Angehörigen antwortete er: "Meine Mutter, ich weiß allerdings nicht ob sie noch lebt!" worauf der Polizist lächelte und: "So, so " sagte.
Schließlich wurden von Herr Paul noch seine Fingerabdrücke genommen und Photos für die Verbrecherkartei gemacht, worauf er dann anstatt, wie er befürchtete, im Gefängnis zu landen, von einem Polizisten in seine Studentenbude gebracht wurde, er entschuldigte sich noch, daß es bei ihm etwas wüst aussehe, worauf der Polizist meinte: "Das macht nichts, bei meinem Sohn sieht es genauso aus".
Für den Autodiebstahl wurde Herr Paul später übrigens nicht zur Rechenschaft gezogen, da er zum Zeitpunkt des Diebstahls als unzurechnungsfähig galt.
Am nächsten Tag schien Herr Paul dann die Zeit gekommen, einen Artikel über seine physikalischen "Entdeckungen" zu schreiben, den er um weltweit verstanden zu werden in englischer Sprache abfaßte und da er ihn für allgemeinverständlich hielt, in der TAZ als Leserbrief unterbringen wollte, der Leserbrief schloß übrigens, wenn sich Herr Paul richtig erinnert mit dem Satz:
"And now all people are physicists, such crazy things happens, when crazy physic students wrote crazy letters, und die Moral von der Geschichte; alle Menschen die nicht wirklich schizophren sind wie Physiker, Mathematiker und Prostituierte, stellen wohl nur Karikaturen von Menschen dar, siehe zum Beispiel Rambo und Alice Schwarzer!"
Hoffentlich verzeihen mir die anderen Physiker und Mathematiker diesen Satz, er ist wohl aus der Erinnerung an das Einsteinzitat: "Aber schließlich sind alle Physiker ein bißchen verrückt oder etwa nicht?" sowie den Spruch "You needn't be crazy to study mathematics, but it helps!" entstanden, und was die Prostituierten anbelangt, so schienen sie ihm damals auch auf eine nicht unsympathische Weise verrückt, ja er dachte sogar, das möglicherweise vielen von ihnen durch fiese Psychiater der Lebenslauf ruiniert worden sei, und ihnen deshalb nichts anderes übrig blieb, als auf den Strich zu gehen, außerdem hatte ja eine von ihnen so nett gelächelt!
In der festen Überzeugung am nächsten Tag nicht nur der liebe Gott, sondern darüberhinaus auch noch berühmt zu sein, ging Herr Paul schließlich am Abend noch in seine Stammkneipe, wo er plötzlich auf die Idee kam einen Brief an den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zu schreiben, der Brief bestand aus zwei Zitaten, zuerst einem von Einstein von Herr Paul gemünzt auf Weizsäckers "Wir Deutschen." Rede:
"Unbehaglich macht mich stets das Wörtchen "wir".
Denn man ist nicht eins mit einem anderen Tier.
Hinter allem Einverständnis steckt
Stets ein Abgrund der noch zugedeckt."
Darunter schrieb er dann: Im Gegensatz zu ihnen gefällt mir ihr Bruder gar nicht, ich muß bei ihm immer an folgende Stelle aus Exyperies kleinem Prinzen denken:
"Ich kenne einen Planeten, auf dem ein puterroter Herr haust. Er hat nie den Duft einer Blume geatmet. Er hat nie jemanden geliebt. Er hat nie etwas anderes als Additionen gemacht. Und den ganzen Tag wiederholt er wie du: Ich bin ein ernsthafter Mann! Ich bin ein ernsthafter Mann! Und das macht ihn ganz geschwollen vor Hochmut. Aber das ist kein Mensch, das ist ein Schwamm."
Herr Paul hatte dem Physiker und Philosophenbruder des Präsidenten halt immer noch nicht verziehen, daß er damals nicht auf seinen Brief geantwortet hatte.
Die Bücher aus denen die Zitate stammten hatte er übrigens mit in die Kneipe genommen.
(Einige Tage später, sollte Herr Paul noch einen zweiten sehr verrückten Brief an den Präsidenten schreiben, indem er Ihn bat, doch Adelheit Streidel zu begnadigen, da es ja keine allzugroße Schuld sei, das es ihr nicht gelang, den "Windhund" Lafontaine abzumurksen.)
Zunächst aber fuhr Herr Paul mit seinem Fahrrad nach Hause.
Herr Paul war gerade angekommen, als er daran dachte, das es hier Morgen nur so von Journalisten wimmeln würde, die ein Interview mit dem großen Physiker Herr Paul haben wollten, worauf ihm plötzlich eine Idee kam: er packte schnell das Nötigste an Waschzeug zusammen und schrieb dann folgenden Zettel, den er an die Tür seines Apartments heftete: "Hallo Journalisten, bin weg, bin vielleicht doch etwas schlauer als euer letztes großes Opfer: Silke Bischof, Emanuel Giorgio, Rössner, Degowsky! Daraufhin rief er, dachte er doch die Polizei sei längst vom Geheimdienst informiert und daher auf seiner Seite, warum hatten sie ihn denn sonst wohl laufen gelassen, den Notruf 110 an und es ergab sich folgendes Gespräch:
"Polizei Notruf!"
"Ja hallo, hier spricht Albert Einstein, können sie mir den original Fluchtwagen von Rössner, Degowsky vor das Studentenwohnheim stellen, natürlich mit steckendem Schlüssel!"
"Klar kein Problem, mit welchem Nummernschild denn?"
"Dem original niederländischen"
"Wird gemacht"
"Aber beeilen sie sich" und Herr Paul legte auf.
Nachdem Herr Paul ca. eine dreiviertel Stunde natürlich vergebens auf den Wagen gewartet hatte, bestellte er sich schließlich enttäuscht ein Taxi, und ließ sich in eine benachbarte Stadt mittlerer Größe fahren, wo er in einem billigen Hotel abstieg.
Am nächsten Morgen machte er sich sofort auf den Weg zum nächsten Kiosk, und betrachtete die Titelseite der TAZ, zu seiner großen Enttäuschung stand dort aber nichts über eine große physikalische Sensation, weshalb er die TAZ dann auch nicht kaufte sondern folgenden Brief an die Zeitung schrieb:
"Warum habt ihr meinen Leserbrief nicht veröffentlicht? Denkt doch nur an meinen Plan zur Beendigung des Golfkrieges den ihr auch nicht gebracht habt, da habt ihr ja nun ein paar Millionen Tote auf dem Gewissen, na macht ja nichts!"
Zur Erläuterung muß ich anfügen, das Herr Paul zur Zeit des ersten Golfkrieges, also dem zwischen Irak und Iran einen Leserbrief an die TAZ geschickt hatte, in dem er vorschlug, das die beiden Supermächte ein gemeinsames Ultimatum an beide Kriegsparteien stellten, sofort ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand zu verkünden. Täte eine Seite dies nicht würden beide Supermächte die andere Seite derart mit Kriegsmaterial unterstützen, das sie den Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation des Gegners fortsetzen könnte. Das "macht ja nichts" bezog sich auf Herrn Pauls Theorie von der Unsterblichkeit aller Menschen.
Einige Stunden später kam Herr Paul dann die Idee, das die TAZ seine Theorie, da er sie als Leserbrief eingesandt hatte, konsequenter Weise auch als solchen veröffentlicht hatte, ohne sie auf der Titelseite zu erwähnen, weshalb er dann beschloß sich doch noch die TAZ zu kaufen. Sie war aber schon ausverkauft.
Für Herr Paul war sofort klar warum sie schon ausverkauft war: eben weil sein Leserbrief abgedruckt worden war, und sich die Nachricht von der großen wissenschaftlichen Sensation wie ein Lauffeuer verbreitet hatte.
Wieder mit sich und der Welt im reinen, durchstreifte Herr Paul dann die Stadt, die ihm noch bedeutend schöner vorkam als seine Universitätsstadt, auch beobachtete er viele hübsche und recht freizügig bekleidete Mädchen, waren dies alles Prostituierte? Hatte die Zunahme der Prostitution mit den großen Umwälzungen zu tun, pfiffen die Mädchen auf die traditionelle Moral um sich mit leichtverdientem Geld ein schönes Leben zu machen, Herr Paul sollte es recht sein.
Er fragte eine von ihnen, wo der nächste Tabakladen sei, worauf sie ihm den Weg beschrieb, wobei die Beschreibung mit dem Satz endete: "..da ist dann ein großer Baum, da gehen du um die Ecke und dann kommt auch schon der Tabakladen auf dich zu" wohlgemerkt: "der Tabakladen kommt auf dich zu ", nicht "kommst du auf den Tabakladen zu". Kannte das Mädchen vielleicht die Relativität der Bewegung? Hatte sie Physik studiert? Herr Paul war begeistert. Herr Paul verbrachte den Rest des Tages damit durch die Stadt zu flanieren und sich in Cafés zu setzen und dort mit schönen Frauen zu flirten, da er aber sehr schüchtern war, wußte er nach dem ersten Augenkontakt nicht weiter, guckte sie noch einige Male an und überlegte krampfhaft, was man zu einem Mädchen das man kennenlernen will, von dem man aber nichts weiter weiß als das sie hübsch ist, intelligentes sagen kann, und sagte, da ihm nichts einfiel, gar nichts.
Im nächsten Café, übrigens einem türkischen, mit einer sehr hübschen Bedienung kam er dann plötzlich auf eine Idee: wozu studierte er eigentlich Physik, sollte er vielleicht einen relativistischen Ansatz machen, soll heißen die Relativitätstheorie erklären? Er nahm allen Mut zusammen und fragte das Mädchen nachdem er ein Bier bestellt hatte, ob sie Ahnung von Physik hätte?
" Nein"
"Hättest du vielleicht Lust und Zeit dir von mir Einsteins Relativitätstheorie, nur die spezielle, erklären zu lassen?" Worauf sie lächelte und: "Warum nicht" sagte. Erfreut legte Herr Paul los, da es um Physik ging war ihm seine Schüchternheit und Verlegenheit kaum mehr anzumerken und er erklärte mit Begeisterung: "Also erst einmal mußt du wissen was ein Inertialsystem ist: Ein Inertialsystem ist ein Bezugssystem in dem ein Körper seine Bewegung nicht ändert wenn auf ihn keine Kräfte wirken, also zum Beispiel in Ruhe bleibt wenn er das vorher auch war. Wenn ich zum Beispiel hier die Tabaksdose nehme und diese Streichholzschachtel darauf lege und jetzt die Dose ruhig halte ist sie in guter Näherung ein Inertialsystem, du siehst die Streichholzschachtel bleibt in Ruhe. Wenn ich die Dose gleichmäßig bewege bleibt wie du siehst die Streichholzschachtel relativ zur Dose weiter in Ruhe, aber jetzt:" (Herr Paul vollführte eine rasche ruckartige schleudernde Bewegung mit der Tabaksdose, so daß sich die Streichholzschachtel von ihr löste, kurz in der Luft stehen blieb und dann auf den Tisch fiel); "jetzt ist die Dose kein Inertialsystem mehr weil sich die Streichholzschachtel relativ zu ihr nach hinten bewegt hat obwohl keine Kraft auf sie einwirkte. So jetzt weißt du also was ein Inertialsystem ist, Albert Einstein hat nun postuliert, das alle Naturgesetze in allen Innertialsystemen gleich sind, sowie darüber hinaus, das die Lichtgeschwindigkeit in allen Innertialsystemen gleich ist. Nun kann man eine lustige Uhr konstruieren: man nimmt zwei Spiegel, einen oben, den anderen unten und läßt einen Lichtstrahl zwischen ihnen hin und her laufen, immer wenn der Lichtstrahl oben ankommt soll die Uhr ticken, dies nennt man eine Lichtuhr. Wenn man sich jetzt aber mit den beiden Spiegeln sehr schnell bewegt, muß das Licht aus der Sicht eines Beobachters, der stehen bleibt, aber im zick zack laufen, würde es doch ansonsten z. B. den oberen Spiegel verfehlen, da sich dieser weiterbewegt hat." (Herr Paul demonstrierte dies wieder mit Streichholzschachtel und Tabakdose)" Also geht die Lichtuhr langsamer da das Licht bei gleicher Geschwindigkeit einen längeren Weg zurücklegen muß. Würde nun eine normale Uhr z. B. eine Quarzuhr nicht langsamer gehen, könnte man das System, indem Licht- und Quarzuhr gleichschnell gehen, als ruhend gegenüber den anderen auszeichnen und die Naturgesetze wären nicht mehr in allen Inertialsystemen gleich. Wenn aber alle Uhren langsamer gehen muß man daraus schließen, daß die Zeit selbst langsamer geht, zumindestens wenn man sich wie der gute Albert auf den Standpunkt stellt, das Zeit das ist was Uhren messen. Diesen Effekt nennt man übrigens Zeitdilatation, man kann dies auch experimentell überprüfen, so gibt es zum Beispiel Teilchen genannt Myonen, die in der oberen Atmosphäre entstehen, sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, aber so schnell zerfallen, das sie selbst mit dieser enormen Geschwindigkeit im Schnitt nur 200 Meter weit kommen sollten, sie werden aber trotzdem auf der Erdoberfläche nachgewiesen weil sie sich in Bezug auf die ruhende Erde so schnell bewegen, das ihre Zeit derart verlangsamt abläuft, das sie es bis zum Erdboden schaffen. Wie sieht das ganze aber vom Ruhesystem der Myonen aus? Hier ruhen sie und nichts ist mit der Zeitdilatation. Dafür bewegt sich allerdings die gute alte Erde mit fast Lichtgeschwindigkeit auf sie zu, würde diese Bewegung nun ein Schrumpfen der Längen in Bewegungsrichtung um den gleichen Faktor wie die Zeitverlangsamung hervorrufen, wäre alles in Butter, die Zeit geht nicht langsamer, das Myon kommt nicht sehr weit, muß dies aber auch nicht, weil die zurückzulegende Strecke erheblich schrumpft. In der Tat ist dies der Fall, man nennt dies relativistische Längenkontraktion. Daraus, das die Lichtgeschwindigkeit in allen Bezugssystemen konstant ist, kann man mathematisch ableiten, das sich kein Körper schneller als Licht bewegen kann, wenn man ihn also mit einer Kraft immer weiter beschleunigt, wird er schließlich kaum noch schneller, nichts desto trotz verrichtet die Kraft aber Arbeit am Körper, die dieser als Energie irgendwie aufnehmen muß, da er aber schließlich nicht mehr wesentlich schneller werden kann, bleibt als einziger Ausweg, das schließlich seine Masse mehr und mehr zunehmen muß, ein großer Stein mit einer entsprechend großen Masse hat ja bei gleicher Geschwindigkeit auch mehr Bewegungsenergie als ein kleiner mit einer entsprechend kleinen Masse. Man kann also Energie in Masse umwandeln und weil in der Physik fast alle Vorgänge auch rückwärts laufen, kann man auch Masse in Energie umwandeln, BUM das war die Atombombe!"
Nachdem Herr Paul nun alles erzählt hatte was man relativ einfach über die Relativitätstheorie erklären kann, (in Wirklichkeit war es natürlich nicht ganz so ausführlich wie hier wiedergegeben, aber ich hatte beim Schreiben plötzlich Lust, mein Buch um eine populärwissenschaftliche, und möglichst ausführliche Erklärung der Relativitätstheorie zu bereichern) mußte er zu seinem Bedauern feststellen, das dem Mädchen die Tatsache, das sie jetzt im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen, etwas über die Relativitätstheorie wußte, nicht sonderlich beeindruckte, wie sie ihm sagte, um so froher war Herr Paul allerdings, das es ihm gelang, sich mit Suzano hieß sie übrigens, an einem ihrer freien Tage zu verabre